Deutsche Börse verstärkt sich durch ISS Stoxx-Übernahme
Die Deutsche Börse verfolgt nach einem Rekordgewinn im Vorjahr mit der vollständigen Übernahme von ISS Stoxx für 1,1 Milliarden Euro ihren Expansionskurs. Trotz politischen Gegenwinds in den USA unter Präsident Trump, setzt Deutschlands bedeutendster Börsenbetreiber auf den Zukauf des Daten- und Indexanbieters. Bereits im Besitz von 80 Prozent der Anteile, übernimmt die Deutsche Börse nun die restlichen 20 Prozent von General Atlantic, wie das Unternehmen in Frankfurt bekannt gab.
Diese Akquisition soll der Deutschen Börse weiteres Wachstum ermöglichen, da ISS Stoxx mit seinen Börsenindizes und Nachhaltigkeitslösungen einen bedeutenden Beitrag zum ETF-Boom in Europa leistet. ISS bietet zudem Stimmrechtsberatung für Großinvestoren, ein Geschäftsfeld, das aufgrund der politischen Spannungen in den USA umstritten ist. Besonders Nachhaltigkeits- und Diversitätsregeln stoßen auf Ablehnung, was zum Abbruch der Zusammenarbeit mit Stimmrechtsberatern durch J.P. Morgan geführt hat und in Texas auf gesetzlichen Widerstand trifft.
Finanzvorstand Jens Schulte erklärte, dass dieser Druck das Wachstum der Stimmrechtsberatung gebremst habe, während CEO Stephan Leithner die Bedeutung der Zusammenarbeit mit US-Behörden und die langfristige Relevanz der Stimmrechtsberatung betonte. Ein ursprünglich geplanter Börsengang von ISS Stoxx wurde verworfen, sodass die Übernahme nun endgültig realisiert wird. Der Ausstieg von General Atlantic soll bis Ende März erfolgen.
Dieser Schritt ist bereits der zweite bedeutende Deal, den die Deutsche Börse innerhalb weniger Wochen bekannt gibt. Wenngleich die vollständige Übernahme von Allfunds für 5,3 Milliarden Euro als die größte der Firmengeschichte gilt, stehen Genehmigungen, vor allem von den EU-Wettbewerbshütern, noch aus. Die Transaktion wird nicht vor 2027 erwartet.
Trotz der zahlreichen Übernahmen und des daraus resultierenden Rekordergebnisses von 2,1 Milliarden Euro im letzten Jahr sieht sich die Deutsche Börse weiterhin herausfordernden Marktbedingungen entgegen. Investoren sind besorgt über die Konkurrenz durch den AI-Boom, was zu einem Kurseinbruch führte. Dennoch sollen Aktionäre von einer erhöhten Dividende profitieren, die um 20 Cent auf 4,20 Euro je Anteil steigt.

