Breite Ablehnung gegen Losverfahren im Wehrdienstgesetz bei deutscher Bevölkerung
In der deutschen Bevölkerung regt sich Widerstand gegen ein Losverfahren im geplanten neuen Wehrdienstgesetz. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa zufolge lehnen 60 Prozent der Befragten die Vorstellung ab, junge Männer per Zufallsauswahl zur Ableistung eines sechsmonatigen Wehrdienstes zu verpflichten, falls es an Freiwilligen fehlt. Nur 21 Prozent zeigten sich diesem Vorschlag gegenüber aufgeschlossen, während sich elf Prozent gleichgültig zeigten und acht Prozent keine Angabe machten.
Die Debatte rund um die Neuausrichtung des Wehrdienstes spitzt sich zu. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass der Wehrdienst zunächst auf Freiwilligkeit basieren soll. Der aktuelle Diskussionspunkt konzentriert sich daher auf die Frage, was geschieht, sollten sich nicht ausreichend Freiwillige für die Bundeswehr finden. Dazu hat Verteidigungsminister Boris Pistorius seinen Standpunkt klargemacht: Eine Musterung aller jungen Männer könnte ein wirkungsvolles Signal der Abschreckung gegenüber Russland darstellen.
Das Spannungsfeld zwischen Freiwilligendienst und einer potenziellen Wiedereinführung der Wehrpflicht sorgt auch bei Eltern für steigende Besorgnis. Beratungsstellen für Kriegsdienstverweigerung, wie die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFGVK) und die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK), registrieren einen signifikanten Anstieg von Anfragen besorgter Eltern.
Die Frage der Rückkehr zur 2011 ausgesetzten Wehrpflicht bleibt umstritten: Während 44 Prozent der Befragten diese Möglichkeit unterstützen, favorisieren 38 Prozent ein Freiwilligenmodell. Zwölf Prozent sprachen sich gegen beide Optionen aus.

