Blutvergießen ohne Ende: Mindestens 38 Tote in Myanmar

03. März 2021, 20:17 Uhr · Quelle: dpa

Rangun/New York (dpa) - Nach dem Putsch in Myanmar haben die Militärmachthaber die Gewalt gegen Demonstranten weiter eskaliert.

«Heute war der schwärzeste Tag seit dem Putsch am 1. Februar. Wir hatten heute, nur heute, 38 Todesfälle», sagte die UN-Sonderbeauftragte Christine Schraner Burgener. Insgesamt seien damit mehr als 50 Menschen in den vergangenen Wochen gestorben.

Sie berichtete von «sehr verstörenden» Videos, auf denen Gewalt und das offensichtliche Erschießen eines Protestierenden zu sehen gewesen sei. «Es scheint so, dass die Polizei Waffen wie Neun-Millimeter-Maschinenpistolen, also scharfe Munition, einsetzt.» In sozialen Netzwerken kursierten erschütternde Aufnahmen von blutüberströmten Leichen.

In Myingyan im Norden Myanmars wurde nach übereinstimmenden Berichten ein junger Mann erschossen, ein anderer in Mawlamyine im Süden. Zwei weitere Demonstranten, ein 37-jähriger Mann und eine 19-jährige Frau, kamen in der Großstadt Mandalay ums Leben, wie das Portal «Myanmar Now» schrieb. «Es waren etwa 20 000 Demonstranten auf der Straße, und ich bin sicher, dass die Sicherheitskräfte der Armee angehörten», sagte ein Journalist vor Ort der Deutschen Presse-Agentur. In der früheren Hauptstadt Rangun, dem Hotspot der Proteste, gab es mindestens sieben Opfer.

Heute war bereits der 30. Tag des Widerstands gegen das Militär. Die Sicherheitskräfte setzten auch wieder Tränengas, Blendgranaten und Gummigeschosse ein, wie das Portal «Eleven Myanmar» schrieb. Seit dem Putsch von Anfang Februar sollen nach Schätzungen von Aktivisten mehr als 1300 Menschen zumindest vorübergehend festgenommen worden sein - die Vereinten Nationen sprechen von 1200.

Schraner Burgener forderte die internationale Gemeinschaft mit Nachdruck zum Handeln auf, um den Putsch rückgängig zu machen und die Gewalt zu beenden. «Es werden jetzt alle verfügbaren Werkzeuge benötigt, um diese Situation zu beenden, und wir brauchen eine Einheit der internationalen Gemeinschaft. Es liegt also an den Mitgliedstaaten, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen», so die UN-Gesandte, die eigenen Angaben zufolge mit der Militärführung in Kontakt steht. Auch mit EU-Staaten - unter anderem Deutschland - sei sie im Gespräch. Am Freitag ist eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates zur Gewalt in Myanmar geplant.

Papst Franziskus äußerte sich erneut besorgt über den Konflikt: «Ich appelliere an die beteiligten Parteien, dass der Dialog die Oberhand gewinnen möge über die Unterdrückung», schrieb das katholische Kirchenoberhaupt auf Twitter. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, «dafür zu sorgen, dass die Bestrebungen des Volkes von Myanmar nicht erstickt werden». Franziskus hatte schon im Februar unter anderem eine sofortige Freilassung festgenommener Politiker verlangt.

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03.03.2021 · 20:17 Uhr
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