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Bitpanda CEO Eric Demuth verbreitet Rendite-Verschwörung auf LinkedIn – und wird hart kritisiert

08. April 2025, 10:54 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Was, wenn Trumps Handelskrieg nur ein Vorwand ist, um US-Staatsschulden billig zu machen? Bitpanda-CEO Eric Demuth sorgt mit einem waghalsigen Erklärungsversuch für Wirbel – doch ein GPT-Faktencheck entlarvt seine Aussagen als gefährlich vereinfacht.

Ein viraler Post – und viele offene Fragen

Es ist ein Beitrag, der tausendfach geklickt, geteilt und gefeiert wurde: Bitpanda-CEO Eric Demuth veröffentlichte auf LinkedIn einen Text, der sich liest wie ein wirtschaftspolitischer Thriller.

Seine These: Trumps angekündigte Zölle gegen China und Europa seien keine protektionistische Geste, keine Wahlkampfrhetorik, sondern Teil eines perfiden Plans – eines „Renditekriegs“ zur Senkung der US-Staatsanleihezinsen.

Was sich wie ein geopolitisches Schachspiel anhört, ist laut Demuth in Wahrheit ein kaltes Rechenexempel: Die USA müssten bis 2026 rund 9 Billionen Dollar an Anleihen refinanzieren. Um die Zinsen niedrig zu halten, müsse die Wirtschaft abgewürgt werden. Mit Gewalt, wenn nötig.

Zölle als gezielte Rezessionsstrategie?

Demuth schreibt von einem „wirtschaftlichen Nationalismus“, der bewusst eine Rezession provozieren soll. Ziel sei nicht etwa, China wirtschaftlich zu schwächen – sondern die heimische Inflationserwartung zu senken, die Kapitalnachfrage zu drücken und damit die Renditen für US-Staatsanleihen zu stabilisieren.

Die USA, so sein Argument, steckten in einer Schuldenfalle. Und nur durch eine Verlangsamung der Konjunktur könnten sie sich mit billigem Geld neu verschulden, bevor der große Stimulus erneut startet. Zölle als strategisches Werkzeug zur Zinsmanipulation – das ist Demuths große These.

Die Realität sieht anders aus – ein Faktencheck

So spannend das klingt – wirtschaftlich ist die Argumentation des Bitpanda-Chefs extrem gewagt, stellenweise schlicht falsch. Der Einsatz von Zöllen hat historisch nie zu niedrigeren langfristigen Zinsen geführt, sondern im Gegenteil meist zu erhöhter Unsicherheit, sinkendem Welthandel und steigenden Preisen.

Eine schwächere Wirtschaft mag kurzfristig inflationsdämpfend wirken – aber genau das Gegenteil passierte 2018 bis 2020 unter Trumps Zollpolitik: Die Preise für Konsumgüter stiegen, US-Firmen gaben die Kosten weiter, das Handelsdefizit wuchs, und die Inflation blieb hartnäckig. Von einer systematisch orchestrierten Rezession zur Zinssenkung kann keine Rede sein.

Auch politisch hinkt das Szenario

Hinzu kommt: Eine solche Strategie würde bedeuten, dass die US-Regierung – unter Trump oder jedem anderen Präsidenten – absichtlich Millionen Jobs riskiert, das Wachstum torpediert und einen Bärenmarkt in Kauf nimmt, nur um ein paar Basispunkte bei der Refinanzierung zu sparen.

Das ist nicht nur unrealistisch, sondern widerspricht jeder politischen Logik. In einem Wahljahr wie 2024 will kein Präsident eine Rezession auslösen – schon gar nicht, wenn die Zinsstrukturkurve bereits invers ist und die Fed sich ohnehin auf dem Weg zu Zinssenkungen befindet.

Der wahre Grund hinter den Zöllen: Innenpolitik und Ideologie

Trumps Zölle waren nie ein Renditeinstrument, sondern innenpolitisch motiviert: Sie sollten amerikanische Arbeitsplätze schützen, populistische Wähler mobilisieren und ein Zeichen gegen den „globalistischen Ausverkauf“ setzen. Das hat wirtschaftlich kaum funktioniert – aber politisch durchaus.

Bitpanda sollte bei Fakten bleiben – nicht bei Mythen

Dass ein prominenter FinTech-CEO wie Eric Demuth sich öffentlich mit einer derart spekulativen Interpretation positioniert, ist erstaunlich – und riskant. Wer Millionen Nutzer auf LinkedIn erreicht, trägt Verantwortung.

Wirtschaftliche Zusammenhänge sind komplex, nicht alles ist Teil eines geheimen Masterplans. Eine Rezession absichtlich herbeizuführen, um Staatsanleihen günstiger zu platzieren? Das ist keine Strategie – das ist ein Mythos.

Politik
[InvestmentWeek] · 08.04.2025 · 10:54 Uhr
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