Österreich blickt hoffnungsvoll auf deutsche Investitionsvorhaben
Österreich setzt im Kampf gegen die drohende Rezession auf eine enge wirtschaftliche Verbindung mit Deutschland. Kanzler Christian Stocker von der ÖVP betonte in einem Gespräch mit dem Verband der Auslandspresse in Wien, dass die geplanten milliardenschweren Investitionen der neuen Berliner Koalition in die Infrastruktur auch für Österreichs Wirtschaft von Vorteil sein werden. Insbesondere die österreichischen Zulieferbetriebe könnten erheblich profitieren.
Seit zwei Monaten führt Stocker eine Dreierkoalition aus der konservativen ÖVP, der sozialdemokratischen SPÖ und den liberalen Neos. Angesichts der budgetären Herausforderungen rechnet der Kanzler allerdings mit einem bevorstehenden EU-Defizitverfahren für Österreich. Die derzeit geplanten Sparmaßnahmen von etwa 15 Milliarden Euro könnten nicht ausreichen, um die EU-Defizitgrenze von drei Prozent zu wahren. Daher sei ein weiterer Konsolidierungskurs notwendig.
Auch die handelspolitische Perspektive betrachtet Stocker als entscheidend. Die von Ex-Präsident Donald Trump initiierten Handelszölle unterstreichen die Notwendigkeit eines Ausbaus von Freihandelsabkommen und des Abbaus von Handelsbarrieren innerhalb der EU. Hinsichtlich des umstrittenen Mercosur-Abkommens steht der Kanzler einer partiellen Anpassung des österreichischen Standpunkts offen gegenüber, insbesondere zum Schutz der Interessen von Landwirtschaft und Wirtschaft in Österreich. Innerhalb der ÖVP sieht er Anzeichen für Lösungsansätze.

