Elektroautos boomen trotz politischer Zielverfehlungen
Die rasant gestiegene Nachfrage nach Elektrofahrzeugen sorgt in Deutschland für Aufsehen. Laut Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wurden im April über 45.500 reine Elektro-Pkw neu zugelassen, was einem beeindruckenden Zuwachs von nahezu 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Damit macht der Anteil elektrisch betriebener Neuwagen nun fast ein Fünftel des Marktes aus und spiegelt den Wandel im Mobilitätsverhalten wider.
Dies ist insbesondere den attraktiven Rabatten geschuldet, von denen vor allem gewerbliche Kunden erheblich profitieren. Constantin Gall von der Beratungsgesellschaft EY hebt hervor, dass trotz der Abschaffung der Umweltprämie die niedrige Steuerbelastung für elektrische Dienstwagen einen beträchtlichen Anreiz für Unternehmen darstellt, auf diese umweltfreundlichere Alternative umzusteigen.
Dennoch bleibt der gewünschte politische Erfolg aus, da die Absatzahlen hinter den optimistischen Prognosen der vergangenen Jahre zurückbleiben, wie Gall kritisch anmerkt. Ein bemerkenswerter Außenseiter dieses Booms ist Tesla.
Der US-amerikanische Elektroautohersteller, der in Brandenburg mit einem Werk vertreten ist, verzeichnete im April einen Rückgang von rund 45 Prozent bei den Absätzen neuer Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Grund hierfür könnte ein zunehmender Boykott gegen das Unternehmen sein, da dessen CEO, Elon Musk, immer häufiger mit kontroversen politischen Statements Schlagzeilen macht.
Insgesamt stagnierte der deutsche Automobilmarkt im April. Mit etwa 242.700 neu zugelassenen Pkw verzeichnete das KBA einen minimalen Rückgang von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und unterstreicht damit die gegenwärtigen Herausforderungen der Branche über alle Antriebsarten hinweg.

