Neue Rabatte entfachen Nachfrageboom bei Elektroautos
Die bemerkenswert gestiegenen Preisnachlässe bei Elektrofahrzeugen zeigen deutliche Wirkung: Im April wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt über 45.500 batteriebetriebene Pkw neu zugelassen, was einem beeindruckenden Anstieg von nahezu 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Damit rollte nahezu jeder fünfte Neuwagen elektrisch über die Straßen.
Die treibende Kraft hinter diesem Trend sind die steigenden Rabatte, die im April durchschnittlich 16,7 Prozent erreichten – eine Zunahme von 1,8 Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat. Seit Jahresbeginn sind diese Preisabschläge sogar um drei Prozentpunkte gewachsen, was für Käufer eines typischen Modells Einsparungen von über 1.000 Euro bedeuten kann.
Insbesondere Unternehmen profitieren von dieser Entwicklung. Trotz des Endes der Umweltprämie in Deutschland verleitet die vorteilhafte Besteuerung von Elektro-Dienstfahrzeugen Firmen dazu, verstärkt auf Elektromodelle zu setzen, wie EY-Experte Constantin Gall erklärt. Weitere Impulse kommen von den EU-CO2-Vorgaben und Umstrukturierungen im Vertrieb, die zu großzügigen Händlerrabatten führen. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer Nachfrage, die hinter den politischen Erwartungen zurückbleibt.
Trotz enttäuschender Absatzzahlen sieht Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer die Elektromobilität vor einem neuen Aufschwung, dank attraktiveren Preisen. Bereits in den ersten Monaten des Jahres erholte sich der Markt für E-Autos spürbar, nachdem er zuvor wegen auslaufender Förderungen eingebrochen war. Besonders deutsche Hersteller konnten von dieser Erholung profitieren.
Anders sieht es beim US-Autobauer Tesla aus, der im deutschen Elektroboom weiterhin abseits steht. Trotz eines großangelegten, in Brandenburg ansässigen Werks verkaufte Tesla im April rund 45 Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahreszeitraum. Die politische Haltung von Tesla-Chef Elon Musk, die zunehmend extremistische Züge zeigt, führt zu Boykottaufrufen gegen den Konzern.
Auch insgesamt erlebte der deutsche Automarkt im April eine Stagnation: Etwa 242.700 Pkw wurden neu zugelassen, was einem leichten Rückgang von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

