Bitcoin-Miner verkauft BTC im Wert von $305 Millionen bei sinkender Netzwerk-Schwierigkeit

Die Bedingungen für das Bitcoin-Mining haben sich Ende Januar und Anfang Februar deutlich verschärft, nachdem die Netzwerk-Schwierigkeit innerhalb von drei Wochen um 14 % gesunken ist. Gleichzeitig hat der börsennotierte Miner Cango am Wochenende den Verkauf von Bitcoin im Wert von $305 Millionen bekannt gegeben.
Die Kombination aus sinkender Rentabilität und gezielten Verkäufen zur Bilanzstärkung zeigt den Druck, der sich auf den Mining-Sektor ausbreitet, obwohl umfassende On-Chain-Daten keine Anzeichen für ungeordnete Verkäufe zeigen.
Rückgang der Schwierigkeit durch Kapazitätsreduktionen
Laut einem Bericht des On-Chain-Analysten Axel Adler Jr. vom 10. Februar ist die Bitcoin-Netzwerk-Schwierigkeit zwischen dem 22. Januar und dem 6. Februar um insgesamt 14,1 % gesunken, nach zwei aufeinanderfolgenden Anpassungen nach unten um 3,3 % und 11,2 %. Solche aufeinanderfolgenden Kürzungen treten normalerweise auf, wenn weniger effiziente Mining-Geräte offline genommen werden, oft in Zeiten schwacher Preisbewegungen.
Im gleichen Zeitraum fiel der BTC-Preis um etwa 25 % und erreichte kurzzeitig $60.000, bevor er sich in Richtung $70.000 erholte. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung wurde die führende Kryptowährung bei etwa $69.000 gehandelt, was einem Rückgang von fast 1 % in den letzten 24 Stunden und mehr als 12 % in der vergangenen Woche entspricht, basierend auf Daten von CoinGecko.
Die Kryptowährung hat im vergangenen Monat 24 % ihres Wertes verloren und etwa 29 % im Jahresvergleich, was die Erwartungen früherer Zyklen unterbietet und die Margen der Miner unter Druck hält.
Vor diesem Hintergrund bestätigte Cango den Verkauf von 4.451 BTC für etwa $305 Millionen, um die Bilanz zu stärken. Der Verkauf, der vom Vorstand des Unternehmens genehmigt wurde, führte zu einer sofortigen Reaktion der Aktienanleger, wobei die Cango-Aktien am ersten Handelstag nach der Bekanntgabe um 8 % fielen.
Adler beschrieb die Transaktion als ein einmaliges Ereignis und nicht als Beweis für eine weit verbreitete Zwangsliquidation, wobei er feststellte, dass die aggregierten Miner-Flüsse zu den Börsen stabil bleiben.
Daten zu den Miner-Transfers zu Börsen stützen diese Ansicht, da der gleitende 30-Tage-Durchschnitt der täglichen Miner-Transfers bei etwa 82 BTC liegt, nur geringfügig niedriger als Mitte Januar und gut innerhalb der jüngsten Normen, so der Marktbeobachter. Zudem berichtete er, dass es keine anhaltenden Spitzen gibt, die auf ein breites Abstoßen von Reserven hindeuten würden.
Rentabilitätsdruck und Ausblick
Die Rentabilitätskennzahlen deuten weiterhin auf Belastungen hin. Adler wies in seinem Bericht darauf hin, dass der Puell Multiple, der die täglichen Miner-Einnahmen mit ihrem jährlichen Durchschnitt vergleicht, Anfang Februar auf einen 30-Tage-Durchschnitt von 0,77 gesunken ist, von 0,86 Mitte Januar. Er fügte hinzu, dass die Spot-Werte kurzzeitig auf etwa 0,61 gefallen sind, ein Niveau, das historisch mit Stress und Kapazitätsausstiegen bei Minern verbunden ist.
Der Analyst bemerkte, dass Miner, die unter ihrem jährlichen Durchschnitt verdienen, dazu neigen, Liquidität zu priorisieren, was die Wahrscheinlichkeit selektiver Reserveverkäufe erhöht, anstatt aggressiver Expansion. Seiner Meinung nach erfordert der Abschluss dieser Stressphase typischerweise eine Umkehrung der Schwierigkeitsanpassungen und eine Erholung des Puell Multiple in den Bereich von 0,85 bis 0,90.
Derzeit deutet die Datenlage darauf hin, dass die Anpassung hauptsächlich durch Reduzierungen der Hashrate erfolgt, anstatt durch umfangreiche Verkäufe. Das Risiko, so Adler, besteht in einem erneuten Preisrückgang unter $60.000, was die Rentabilitätskennzahlen weiter senken und ähnliche Verkäufe anderer börsennotierter Miner auslösen könnte.

