Bioabfall: Striktere Regeln für weniger Plastik
Deutschland verschärft die Vorgaben für die Entsorgung von Bioabfall. Ab dem 1. Mai dürfen Kunststoffe im Biomüll nur noch maximal ein Prozent des Gewichts betragen, um die Qualität des Komposts zu sichern. Zwar sind konventionelle Plastiktüten bereits verboten, dennoch halten sich nicht alle an diese Richtlinien. Nun steigt der Druck auf die kommunalen Entsorgungsbetriebe, die geforderte Qualität sicherzustellen.
Neben Plastik betrifft die neue Regelung auch andere Fremdstoffe wie Glas und Metalle, deren Anteil auf höchstens drei Prozent des Gesamtgewichts beschränkt wird. Diese Fortschritte werden nicht nur mit dem bloßen Auge beurteilt, sondern vermehrt durch den Einsatz von Sensoren und Künstlicher Intelligenz unterstützt, was einen technologischen Fortschritt in der Abfallwirtschaft darstellt.
Positiv sieht der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) die Neuerungen, die als wichtiger Schritt zur Reduzierung des Mikroplastikeintrags gelten. Besonders wertvoll erscheint aus Sicht des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) das enthaltene "Rückweisungsrecht". Dieser erlaubt es Anlagen, stark verunreinigten Bioabfall abzulehnen, was für die Lieferanten kostspielige Konsequenzen haben kann.
Für Verbraucher ändert sich durch die neuen Regelungen zunächst wenig, jedoch müssen die städtischen Müllabfuhren ihre Bemühungen zur Müllsortierung intensivieren. Laut Anja Siegesmund vom BDE sollten Kommunen Anreize durch Abfallsatzungen schaffen, um die Bevölkerung zur besseren Mülltrennung zu motivieren, und gleichzeitig verstärkt darauf hinweisen, dass organische Abfälle in der braunen Tonne und nicht im Restmüll landen.

