Bitcoin: Große Investoren nutzen Angstphase zum Aufstocken

Die Stimmung unter Krypto-Investoren hat einen Tiefpunkt erreicht, doch große Bitcoin-Inhaber sehen darin eine Kaufgelegenheit.
Kleinere Verkäufer, größere Käufer
Während sich Kleinanleger zurückziehen, haben Wallets mit einem Bestand zwischen 10 und 10.000 Bitcoin in den letzten 30 Tagen etwa 61.568 Coins hinzugefügt, wie Daten der Marktanalysefirma Santiment zeigen.
Diese Zunahme von 0,45 % erfolgte trotz geopolitischer Spannungen und unruhiger Finanzmärkte. Auch die kleinsten Wallets, die weniger als 0,01 BTC halten, haben ihre Bestände um etwa 213 Bitcoin erhöht, was einem Anstieg von 0,42 % entspricht. Beide Gruppen handeln in die gleiche Richtung, jedoch aus unterschiedlichen Gründen, so Analysten.
Dominick John, Analyst bei Zeus Research, erklärt, dass große Inhaber in Zeiten stabiler Preise unauffällig aufstocken und nicht auf tägliche Schlagzeilen reagieren. Kleine Wallet-Inhaber hingegen werden von der Angst getrieben, bei steigenden Preisen etwas zu verpassen.
„Kleine Wallets jagen dem Momentum hinterher“, so John. Sollte der Einzelhandelskauf überhitzen, sei ein kurzer Ausverkauf vor der nächsten Akkumulationswelle möglich.
Ein bekanntes Muster
Santiment-Analysten verweisen auf ein historisches Muster: Wenn große Wallets akkumulieren, während kleinere verkaufen, folgt oft ein nachhaltiger Preisanstieg.
Das aktuelle Verhalten wird als „vielversprechendes Zeichen“ gewertet, dass ein Ausbruch aus der monatelangen Handelsspanne bevorstehen könnte, wobei die Wahrscheinlichkeit für einen Anstieg höher ist als für einen Rückgang.
Die Abflüsse von Bitcoin von Börsen waren im März konstant, was darauf hindeutet, dass Inhaber ihre Vermögenswerte in Cold Storage verschieben, um sie langfristig zu halten.
Allerdings hat nicht jeder große Inhaber gekauft. Am 19. März bewegten zwei Bitcoin-Wale Coins im Wert von mehreren Millionen Dollar auf Börsen, was oft einem Verkauf vorausgeht. An diesem Tag fielen die Bitcoin-Preise, da Angriffe auf die Öl- und Gasinfrastruktur im Golf die Energiepreise in die Höhe trieben und die Märkte im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt erschütterten.
Extreme Angst im Markt
Der Crypto Fear & Greed Index verzeichnete am Donnerstag einen Wert von 10 und am Freitag 13, was beide in den Bereich der „extremen Angst“ fällt. Der gesamte Februar und die Woche davor wiesen im Durchschnitt ähnliche Werte auf. Ein Wert von null steht für maximale Angst, 100 für maximale Gier.
Solch anhaltende Angst ist ungewöhnlich und spiegelt einen Markt wider, in dem Unsicherheit nicht als Spitze, sondern als anhaltende Stimmung vorherrscht. Spannungen im Nahen Osten sind ein wesentlicher Treiber. US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran im Februar lösten eine Welle von Vergeltungsmaßnahmen in der Region aus, die die globalen Märkte weiterhin belasten.

