Bericht: Tether blockiert 7.268 Wallets im Vergleich zu 372 bei Circle

Eine neue On-Chain-Studie des AMLBot-Teams zeigt, dass Tether zwischen 2023 und 2025 mehr als $3,29 Milliarden in USDT auf den Ethereum- und Tron-Blockchains eingefroren hat, wobei 7.268 Adressen auf die schwarze Liste gesetzt wurden.
Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Kontrast zu Circle's USDC, das im gleichen Zeitraum $109 Millionen über nur 372 Adressen eingefroren hat. Dies deutet auf zwei sehr unterschiedliche Durchsetzungsphilosophien im Stablecoin-Markt hin.
Zwei unterschiedliche Ansätze bei der Überwachung von Stablecoins
Die Daten von AMLBot, die diesen Monat zusammen mit einem aktualisierten Dune-Dashboard veröffentlicht wurden, verdeutlichen das Ausmaß. USDT-Einfrierungen übertreffen USDC um das 30-fache sowohl in der Anzahl der Adressen als auch im Wert. Ein Großteil dieses Unterschieds stammt von Tron, wo $1,75 Milliarden in USDT in gesperrten Wallets liegen, was die starke Nutzung des Netzwerks in Asien, Peer-to-Peer-Märkten und grenzüberschreitenden Transaktionen widerspiegelt.
Tethers Modell basiert auf einer engen Zusammenarbeit mit Behörden. Der Emittent arbeitet mit mehr als 275 Strafverfolgungsbehörden in 59 Gerichtsbarkeiten zusammen und kann Wallets nicht nur nach Gerichtsbeschlüssen, sondern auch nach Benachrichtigungen im Zusammenhang mit Hacks oder laufenden Ermittlungen einschränken.
Allein im Juli 2024 überstiegen die USDT-Einfrierungen $130 Millionen, darunter $29,6 Millionen auf Tron, die mit der sanktionierten Huione Group in Kambodscha in Verbindung stehen. Die Reaktionen in den sozialen Medien waren gemischt; einige Nutzer lobten die schnellere Opferentschädigung, während andere vor dem Einfluss zentralisierter Emittenten warnten.
Ein besonderes Merkmal von USDT ist der Prozess des Verbrennens und Neuemittierens. Nach einer Untersuchung können eingefrorene Token zerstört und durch saubere ersetzt werden, die an Opfer oder Behörden zurückgeschickt werden. Der Bericht von AMLBot verzeichnete bemerkenswerte Verbrennungsaktivitäten Ende 2025, mit monatlichen Gesamtsummen von über $25 Millionen.
Dennoch hat dasselbe System auch Kritik hervorgerufen. Im April 2025 verklagte ein in Texas ansässiges Unternehmen Tether, nachdem $44,7 Millionen auf Ersuchen der bulgarischen Polizei eingefroren wurden, mit der Begründung, dass ordnungsgemäße internationale Verfahren nicht eingehalten wurden.
Circles Ansatz steht im Gegensatz dazu, da USDC-Einfrierungen oft auf expliziten rechtlichen oder regulatorischen Auslösern wie Gerichtsbeschlüssen oder Sanktionslisten basieren. On-Chain-Daten zeigen weniger Ereignisse, die in Chargen ankommen, anstatt eines stetigen Flusses. Sobald eine Adresse gesperrt ist, bleiben die Gelder gesperrt, bis eine rechtliche Freigabe erteilt wird, ohne die Möglichkeit des Verbrennens und Neuemittierens.
Warum die Unterschiede für die Akzeptanz von Stablecoins wichtig sind
Der Zeitpunkt dieses Berichts ist bemerkenswert, da Circle tiefer in regulierte Märkte vordringt. Anfang des Monats kündigte das Unternehmen eine weitreichende Partnerschaft mit Bybit an, um USDC als Standard-Stablecoin für die Handels-, Zahlungs- und Sparprodukte der Börse zu etablieren. Die Strategie setzt stark auf Vorhersehbarkeit und Compliance, Eigenschaften, die von Institutionen oft bevorzugt werden.
Gleichzeitig unterstreichen jüngste Vorfälle den Wert schneller Interventionen. Nachdem ein Händler vor wenigen Tagen fast $50 Millionen in USDT durch einen Adressvergiftungstrick verloren hatte, erneuerte der ehemalige Binance-CEO Changpeng Zhao Forderungen nach Wallet-Schutzmaßnahmen und gemeinsamen schwarzen Listen. Solche Episoden erklären, warum einige Nutzer Tethers proaktiven Ansatz als praktischen Schutz ansehen, auch wenn Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre bestehen bleiben.
Die Daten zeigen, dass die Durchsetzung von Stablecoins kein Nischenthema mehr ist, da diese Token zunehmend in den Alltag der Finanzwelt vordringen. Das Gleichgewicht zwischen Nutzerschutz, rechtlicher Sicherheit und zentralisierter Kontrolle wird eine der umstrittensten Fragen der Branche im kommenden Jahr bleiben.

