Bitcoin-Boden bleibt unklar: Extreme Angst, Wale kaufen nicht

Der Rückgang von Bitcoin in die Zone von $60.000 bis $70.000 hat die üblichen "Boden"-Indikatoren aktiviert: extreme Angst, ausgewaschene Positionierungen und eine Ansammlung von Indikatoren, die viele Händler als Kapitulationssignale betrachten. Doch laut dem CryptoQuant-Beitrag von Mignolet fehlt dem Markt das entscheidende Element: ein sichtbares Kaufinteresse von dominanten Käufern.
Mignolet betont, dass trotz vieler Indikatoren, die auf einen Boden und extreme Angst hinweisen, die großen Marktteilnehmer (Wale) diese Situation nicht nutzen. Er argumentiert, dass ein Boden kein Stimmungswert, sondern ein Ereignis ist, und er sieht nicht die Art von erzwungener Absorption, die typischerweise eine dauerhafte Wende markiert. Ohne eine echte Kaufkraft könne man nicht wissen, wo der wahre Boden liegt.
Im Vergleich zur Hausse 2024, als trotz dominierender Angst im Markt große Investoren stillschweigend die andere Seite einnahmen, fehlt derzeit ein messbarer Rückhalt. Damals zeigte sich institutionelle Nachfrage durch US-Spot-Bitcoin-ETFs wie BlackRock’s IBIT und Fidelity’s FBTC, die den Verkaufsdruck absorbierten. Diese Mechanismen sind aktuell nicht zu beobachten. Das Akkumulationsmuster von FBTC, das etwa ein Jahr anhielt, ist bereits zusammengebrochen, und IBIT, das zuvor als Puffer bei starkem Verkaufsdruck beschrieben wurde, zeigt nun einen Abwärtstrend.
Aus diesem Grund bleibt Mignolet vorsichtig und hält den Bodenaufruf "auf Eis", selbst wenn der Preis die aktuelle Region hält. Bitcoin befindet sich seiner Meinung nach in einer Phase, in der Händler vorsichtig gegenüber weiteren Schocks sein sollten. Selbst eine erfolgreiche Verteidigung würde Zeit benötigen, um als bestätigt zu gelten.
Wenn alle dieselben Bitcoin-Daten lesen
Mignolet warnt zudem vor einer strukturellen Veränderung in der Bildung von Marktnarrativen. Die Verbreitung von On-Chain-Analysen hat den Raum informationsreicher, aber nicht unbedingt aufschlussreicher gemacht. Das Problem sei, dass alle dieselben Daten betrachten und oft zu ähnlichen Schlussfolgerungen kommen. Wenn Informationen zu allgemein werden, drängen sie die Erwartungen in eine Richtung.
Er beschreibt die heutigen gut aufbereiteten On-Chain-Dashboards als "sauber und überzeugend, fast wie ein Antwortbogen", was die Überzeugung gerade dann verhärten kann, wenn Flexibilität erforderlich ist. Das Risiko besteht darin, dass eine weit verbreitete Einigkeit über "offensichtliche" Böden Investoren durch tiefere Rückgänge oder längere Seitwärtsphasen verankern kann.
In naher Zukunft erwartet Mignolet keine klare Trendwende, sondern "seitliche Bewegungen ohne klare Richtung", mit genügend Volatilität, um kurzfristigen Händlern Chancen zu bieten. Für seine eigene Positionierung beschreibt er die Periode als "Warten", um "Liquiditätsflüsse, Angebots- und Nachfragebedingungen sowie die allgemeine Marktstimmung" zu beobachten und dann sein Rahmenwerk neu zu setzen.
Das größere Bild bleibt seiner Meinung nach weiterhin bärisch und könnte sich länger hinziehen als erwartet. Seine abschließende Warnung ist, dass dieser Abwärtszyklus "wahrscheinlich nicht leicht enden wird", mit möglichen Ergebnissen wie einem größeren als erwarteten Rückgang, einer längeren als erwarteten Seitwärtsphase oder beidem.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte Bitcoin bei $67.889.

