Ripple-CEO Garlinghouse sieht 90% Chance für Verabschiedung des CLARITY-Gesetzes

Brad Garlinghouse, CEO von Ripple, prognostiziert eine 90%ige Wahrscheinlichkeit, dass das CLARITY-Gesetz bis April 2026 verabschiedet wird. Er beschreibt die Aussichten als besser als zuvor und verweist auf stetige Fortschritte in der Gesetzgebung in Washington.
Der CEO führt die verbesserten Chancen auf die jüngsten Gespräche zwischen Gesetzgebern, dem Weißen Haus, Krypto-Unternehmen und Bankvertretern zurück. Er bemerkte, dass sich die Diskussionen von allgemeinen Meinungsverschiedenheiten hin zur Lösung spezifischer politischer Details verlagert haben.
Gesetzgeberischer Schwung in Washington
Garlinghouse äußerte seine aktualisierte Einschätzung während eines Auftritts bei Fox Business und verwies auf das wachsende parteiübergreifende Interesse an der Marktstrukturgesetzgebung. Er erklärte, dass jüngste Treffen dazu beigetragen haben, Differenzen zu verringern, die den Fortschritt zuvor verlangsamt hatten.
Dieser Schwung folgt auf die Verabschiedung des CLARITY-Gesetzes im Repräsentantenhaus im Jahr 2025 mit parteiübergreifender Unterstützung. Die Prüfung im Senat dauert länger, doch Beobachter sagen, dass das aktuelle Tempo auf eine erneute Dringlichkeit hindeutet.
Um den Fortschritt aufrechtzuerhalten, zielen die an den Gesprächen beteiligten Beamten darauf ab, verbleibende politische Streitigkeiten bis zum 1. März 2026 beizulegen. Unterstützer sehen den Zeitplan als entscheidend an, da sich die Gesetzgebungspläne oft vor den Zwischenwahlen verdichten.
Stablecoins und regulatorische Klarheit im Fokus
Das CLARITY-Gesetz, offiziell als Digital Asset Market Clarity Act bekannt, strebt die Schaffung eines einheitlichen föderalen Rahmens für digitale Vermögenswerte an. Es würde die Aufsichtsrollen definieren, indem es Vermögenswerte, die Wertpapieren ähneln, der Wertpapieraufsicht und rohstoffähnliche Vermögenswerte der Commodity Futures Trading Commission zuweist.
Unterstützer argumentieren, dass klarere Grenzen die rechtliche Unsicherheit verringern und konsistente Leitlinien für Unternehmen bieten würden, die in den USA tätig sind. Sie sagen, dies könnte die Compliance-Risiken senken und eine breitere Teilnahme etablierter Finanzinstitute unterstützen.
Trotz dieser Unterstützung bleiben Stablecoins ein zentrales Thema in den Verhandlungen, insbesondere die Frage, ob Emittenten renditeähnliche Merkmale auf reservegestützten Beständen anbieten können. Bankengruppen warnen, dass solche Praktiken Einlagen beeinflussen könnten, während Krypto-Unternehmen argumentieren, dass Beschränkungen die Aktivitäten in andere Jurisdiktionen verlagern könnten.
Vor diesem Hintergrund sagte Garlinghouse, dass anhaltende Unsicherheit die Innovation eingeschränkt habe und verwies auf Ripples rechtliche Erfahrungen als teilweise, aber unvollständigen Fortschritt. Er betonte, dass individuelle Gerichtsurteile keine klaren, branchenweiten Regeln ersetzen können.
Auch die Markterwartungen haben sich verschoben, wobei Vorhersageplattformen wie Polymarket ein steigendes Vertrauen in die Verabschiedung innerhalb des vorgeschlagenen Zeitrahmens zeigen. Analysten sehen die kommenden Monate als entscheidendes Zeitfenster, bevor politische Dynamiken den Prozess weiter verkomplizieren.

