Battlefield 6: Ex-Kampagnenleiter enttäuscht – Keine Anerkennung für Ridgeline Games
Während Battlefield 6 einen kommerziell phänomenalen Start hinlegt und sich die verantwortlichen Studios im Glanz von Millionenverkäufen sonnen, wirft ein prominenter Entwickler einen langen Schatten auf die Feierlichkeiten. Inmitten der Lobeshymnen für DICE, Ripple Effect, Motive Studios und Criterion ergreift Marcus Lehto, der ehemalige Kopf der Singleplayer-Kampagne, das Wort und artikuliert seine tiefe Enttäuschung über eine gravierende Unterlassung. Der Vorwurf wiegt schwer: Das von ihm geleitete Studio Ridgeline Games, das über Jahre die fundamentalen Grundlagen für die Kampagne legte, wurde in den Credits des fertigen Spiels systematisch ignoriert.
Der Dorn im Auge des Triumphs
In einem aufsehenerregenden Beitrag auf der Business-Plattform LinkedIn prangert Lehto die fehlende Anerkennung seiner ehemaligen Kollegen an. Er legt dar, dass die talentierten Kreativen von Ridgeline Games zwischen eineinhalb und zweieinhalb Jahren unermüdlich am Projekt arbeiteten und das Fundament des Einzelspieler-Erlebnisses errichteten. Nachdem Lehto das Unternehmen freiwillig verlassen hatte und das Studio kurz darauf von EA geschlossen wurde, ging die Verantwortung für die Kampagne an Criterion über. Das bittere Ergebnis dieser Umstrukturierung zeigt sich nun im Abspann: Die meisten der entlassenen Teammitglieder wurden in eine anonyme „Special Thanks“-Sektion am Ende der Credits verbannt. Einige, einschließlich Lehto selbst, wurden sogar vollständig aus der Liste der Mitwirkenden gestrichen, als hätte ihre Arbeit nie existiert.
Eine Geste der längst überfälligen Anerkennung
Doch Lehto belässt es nicht bei der bloßen Anklage. Angetrieben von Respekt für die immense Arbeit seines früheren Teams, ergreift er selbst die Initiative, um die verdiente Würdigung nachzuholen. Er veröffentlichte eine Liste mit den Namen und Rollen zahlreicher Entwickler, die bei Ridgeline Games entscheidende Beiträge geleistet hatten, darunter Software-Ingenieure wie Jessica Moore und Dan Carr sowie leitende Künstler wie Rohan Knuckey und Andres Naranjo. „Spieleentwicklung ist eine Teamleistung, und jeder Beitragende verdient eine faire Anerkennung“, schreibt er und stellt damit ein unmissverständliches Statement gegen die gängige Praxis auf, die Beiträge geschlossener Studios oder entlassener Mitarbeiter unsichtbar zu machen. Diese Geste unterstreicht den kollaborativen Geist, der die Branche eigentlich auszeichnen sollte.
Die Kontroverse steht in einem schrillen Kontrast zu den Jubelmeldungen aus dem Hause EA. Während man dort den Verkauf von über sieben Millionen Einheiten in nur drei Tagen und 172 Millionen gespielte Matches feiert, verhallt der Dank von Executive VP Vince Zampella an die „leidenschaftliche Community“ und die globalen Studios für die betroffenen Entwickler wie Hohn. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf eine oft ignorierte Kehrseite der milliardenschweren Industrie und stellt die Frage, wie viel ein Beitrag wert ist, wenn der Name des Studios nicht mehr über der Tür hängt.
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