Bahnstreiks: Kunden leiden unter fehlenden Regelungen
Immer wieder werden Kunden der Bahn mit Streiks konfrontiert. Die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' bezeichnet den zunehmenden Fatalismus der Kunden als ein Ergebnis fehlender Regeln und kritisiert sowohl Arbeitsrichter als auch die Politik für ihre Mitverantwortung. Arbeitsrechtler bemängeln schon länger, dass die Gerichte das Prinzip der Verhältnismäßigkeit bei Streiks verwässert haben. Streiks sollten eigentlich das letzte Mittel sein, um Tarifstreitigkeiten beizulegen.
Aber nicht nur die Gerichte, auch die Politik trägt eine Mitschuld an der derzeitigen Situation. Die Ampelkoalition, bestehend aus SPD, Grünen und FDP, scheut sich davor, fairere und transparentere Regeln durch ein Arbeitskampfgesetz einzuführen. Zudem müsste das Tarifeinheitsgesetz, welches seit 2015 besteht, überdacht werden. Dieses Gesetz bedroht die Existenz kleiner Gewerkschaften, da Unternehmen nur den Tarifabschluss der größten Gewerkschaft anwenden müssen.
Die Eskalation der Bahn-Arbeitskämpfe ist somit nicht einfach Schicksal, sondern das Resultat fehlerhafter Regeln. Es wird Zeit, dass die Politik handelt, um faire Bedingungen für alle Beteiligten zu schaffen, sowohl für die Kunden als auch für die Arbeiter der Bahn. (eulerpool-AFX)

