Antibiotikaresistenz: Wenn Antibiotika nicht mehr anschlagen
Die Medizin ist inzwischen ohne den Einsatz von Antibiotika undenkbar. Richtig angewandt, bekämpfen sie Bakterien und können lebensgefährliche Infektionskrankheiten heilen. Unsachgemäßer Gebrauch allerdings führt zu einer Resistenz. Dann schlagen Antibiotika nicht mehr an!
Antibiotika: Wie wirken sie?
Antibiotika werden verschrieben, wenn der Patient unter einer bakteriellen Infektionskrankheit leidet. Sie töten die Bakterien im Organismus ab oder stoppen ihre Vermehrung so weit, dass das körpereigene Immunsystem der kritischen Lage selbstständig Herr werden kann.
Es gibt ca. 15 verschiedene Untergruppen von Antibiotika-Stämmen mit unterschiedlicher Effektivität. Nicht jedes Antibiotikum wirkt gegen alle Bakterien. Auch bei Viren sind Antibiotika machtlos. Deshalb sind sie für eine Behandlung gegen Grippe und Masern ohne Nutzen.
Wie kommt es zu einer Antibiotikaresistenz?
Je häufiger Antibiotika zum Einsatz kommen, desto höher ist das Risiko, dass sich widerstandsfähige Bakterien entwickeln und ausbreiten. Deshalb sind viele Bakterien inzwischen gegen bestimmte Antibiotika immun, sie haben eine Resistenz entwickelt. Dabei durchlaufen sie einen Evolutionsprozess, bei dem sich das Bakterium vor Bedrohungen schützt. Besonders heikel ist der Umstand, dass die Bakterien ihre Widerstandskraft mit dem Erbgut an nachfolgende Generationen weitergeben.
Der Umgang des Menschen mit dieser Art von Medikamenten spielt die entscheidende Rolle bei der Ausbildung von Resistenzen. Der Prozess beginnt schon in der Nahrungskette. So hat der übermäßige Einsatz von Antibiotika in der Nutztierzucht und bei der Konservierung von Lebensmitteln einen bedeutenden Einfluss, um die Widerstandskraft der Keime zu stärken. Oft ist auch die falsche Verschreibung oder die unsachgemäße Einnahme durch den Patienten der Grund, warum Antibiotika nicht mehr wirken.
Warum ist eine Antibiotikaresistenz so gefährlich?
Gegen resistente Bakterienstämme verlieren Antibiotika ihre Wirkung und können bei Bedarf nicht mehr helfen. Dann kann nur das Präparat gewechselt werden. Leider nehmen die multiresistenten Bakterien immer weiter zu und es ist absehbar, dass es eines Tages keine wirksamen Antibiotika mehr gibt.
Vor allem in Krankenhäusern häuft sich diese Problematik: Die Behandlungsdauer verlängert sich, Infektionskrankheiten sind nicht mehr heilbar und es kommt zu einer erhöhten Sterblichkeit.
Alternative Therapiestrategien
Natürlich bemüht sich die Wissenschaft um Alternativen. Vor allem in Osteuropa wird dabei mit Bakteriophagen gearbeitet. Diese sogenannten “Bakterienfresser” sind Viren, welche in die Keime eindringen und sie zum Platzen bringen.
Ernährungsberater sprechen von zahlreichen Lebensmitteln, welche antibiotisch wirkende Inhaltsstoffe aufweisen. Dazu gehören vor allen Dingen Knoblauch und Ingwer. Aber auch Kurkuma, Apfelessig, Honig und Thymian werden genannt.
Mit dem Aufkommen von CBD (Cannabidiol) könnte jetzt eine weitere Möglichkeit bestehen, alternative Therapien zu entwickeln. Steht der Wirkstoff doch in dem Ruf, entzündungshemmend zu wirken. Das gibt der Hoffnung Vorschub, dass CBD bei Antibiotikaresistenzen das Heilungspotential erhöht.
CBD soll antibiotisch wirken
Seit den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts untersucht die Wissenschaft die antibiotischen Wirkungen von Cannabis. Dabei wurde festgestellt, dass die Cannabinoide THC (Tetrahydrocannabinol) und eben CBD schon bei geringsten Konzentrationen zur Hemmung der Ausbreitung von Streptokokken und Staphylokokken führen. Beides sind Bakterienstämme, welche Infektionsherde ausbilden können und bei denen viele Antibiotika inzwischen wirkungslos sind.
CBD und Antibiotika
CBD stärkt das Immunsystem und kann eine positive Wirkung auf die Eindämmung von Infektionen durch Antibiotika haben. Für sich allein genommen sind die Effekte der Substanz jedoch nicht ausreichend, um schwere Infektionskrankheiten zu heilen. Forscher untersuchen deshalb, ob CBD als Nahrungsergänzungsmittel positive Auswirkungen hat, wenn es zusammen mit Antibiotika zur Krankheitsbekämpfung eingenommen wird:
Bei einer Untersuchung der University of Southern Denmark im Jahre 2020 wurden verschiedene Helfersubstanzen untersucht, inwieweit sie die Wirkung von Antibiotika unterstützen. Einer dieser Wirkstoffe war CBD. Die Studien deuten darauf hin, dass CBD die Membranen von bestimmten Bakterien schwächt, wobei im Endergebnis eine minimierte Zellteilung stattfindet. Die Forscher kamen darum zu dem inzwischen im Fachjournal Scientific Reports veröffentlichten Ergebnis, dass CBD in Verbindung mit bestimmten Antibiotika deren Wirkung erhöht. Zudem folgern sie, dass mit CBD weniger Antibiotika verabreicht werden müssen, was schließlich zu einer geringeren Ausbreitung von Resistenzen beiträgt.


