Anleger auf Achterbahnfahrt: Das riskante Spiel mit chinesischen ETFs
Investoren, die ihr Kapital in chinesische Aktien-ETFs lenken, sehen sich mit erheblichen Schwankungen konfrontiert. Trotz gelegentlicher Aufwärtstrends haben sich diese Fonds langfristig als riskante Wetten erwiesen. Laut Bloomberg-Daten gehören chinesische ETFs zu den größten Vermögensvernichtern unter den US-ETFs, vergleichbar mit Cathie Woods ARK Innovation ETF, das ebenfalls beträchtliche Wertverluste erlitten hat.
Für Anleger sind diese Fonds eher Handelsinstrumente als langfristige Investitionen. Todd Sohn, ETF-Stratege bei Strategas, weist auf die historische Volatilität des chinesischen Aktienmarktes hin. Ein Paradebeispiel ist der KraneShares CSI China Internet Fund (KWEB): Trotz Nettomittelzuflüssen von über 12 Milliarden US-Dollar seit 2013 ist der Fonds derzeit nur 7,7 Milliarden US-Dollar wert. Diesem Rückgang steht der SPDR S&P 500 ETF Trust gegenüber, der aus 159 Milliarden US-Dollar Zuflüssen stattliche 593 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten generierte.
Timing spielt eine entscheidende Rolle bei chinesischen ETFs, deren Wertentwicklung häufig nicht mit den Mittelzuflüssen korrespondiert. Der iShares MSCI China ETF (MCHI) weist einen Mangel von 1,7 Milliarden US-Dollar auf, während der iShares China Large-Cap ETF (FXI) gerade so Gewinne vermieden hat. Trotz jüngster Konjunkturmaßnahmen Pekings bleibt der Weg für chinesische Aktien steinig, was Bedenken über das langfristige Potenzial aufkommen lässt.
Brendan Ahern von Krane Funds Advisors bemerkt, dass geduldige Anleger nun endlich profitieren könnten, wohingegen Brent Donnelly von Spectra Markets skeptisch bleibt, ob Peking den Aktienmarkt weiter stützen wird. Der jüngste Anstieg hat einige Investoren inspiriert, in chinesische Fonds zu investieren, wobei der FXI im vergangenen Monat 6 Milliarden US-Dollar einnahm.
Dennoch bleibt die Unsicherheit groß, und chinesische Aktien hinken globalen Märkten über mehr als zehn Jahre hinterher. Die langfristige Perspektive hängt maßgeblich von Pekings Wirtschaftspolitik ab – bleibt abzuwarten, ob weitere fiskalische Impulse folgen.

