Angespannte Finanzmärkte: Ölpreise nach Höhenflug leicht rückläufig
Die Ölpreise haben nach einer Serie von Anstiegen an den letzten vier Handelstagen eine Atempause eingelegt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober sank um 52 Cent und lag bei 68,28 US-Dollar. Auch die US-Sorte WTI verzeichnete einen Rückgang, fiel um 57 Cent auf 64,23 Dollar. Investoren zeigten Zurückhaltung und scheuten an diesem Dienstag das Risiko an den Finanzmärkten.
Eine weitere Dimension in diesem komplexen Geflecht ist der aktuelle Einfluss von US-Präsident Donald Trump auf die US-Notenbank Fed, der mit der abrupten Entlassung der Fed-Gouverneurin Lisa Cook für Turbulenzen sorgte. Cook hat jedoch bereits signalisiert, dass sie um ihren Posten kämpfen möchte und weiterhin ihr Amt ausüben wird.
Am Ölmarkt beherrscht außerdem die aggressive US-Zollpolitik die Schlagzeilen. Ab Mittwoch treten drastische Strafzölle in Höhe von 25 Prozent gegen Indien in Kraft, als Reaktion auf dessen fortgesetzte Ölimporte aus Russland. Sollte die Verdopplung dieser Zölle erfolgen, wird sich der Markt intensiver mit den russischen Öllieferungen auseinandersetzen müssen, meint Rohstoffexperte Robert Rennie von Westpac Banking. Dies könnte kurzfristig zu einem Ölpreisanstieg Richtung 70 US-Dollar führen.
Rennie weist zudem darauf hin, dass die jüngsten ukrainischen Drohnenangriffe auf die russische Energieinfrastruktur, die Schäden an mehreren Raffinerien verursacht haben, ebenfalls sorgfältig beobachtet werden.

