Amazon zieht sich aus stationären Experimenten zurück: Das Ende von Amazon Go und Amazon Fresh
Der amerikanische E-Commerce-Riese Amazon hat beschlossen, seine innovativen Mini-Supermärkte unter der Marke Amazon Go zu schließen. Diese Geschäfte, die seit ihrer Eröffnung im Jahr 2018 in den USA für Aufsehen sorgten, brauchten weder Kassen noch Personal an der Kasse. Die Technologie setzte auf ein Netzwerk aus Gewichtssensoren und Decken-Kameras, welches den kassenlosen Einkauf ermöglichen sollte. Trotz der Verbreitung dieser Technologie auf 360 Standorte in fünf Ländern, darunter unkonventionelle Orte wie Krankenhaus-Cafeterien und Eishockey-Arenen, bleibt der wirtschaftliche Erfolg aus.
Amazon nutzt die kontaktlose Einkaufstechnologie weiterhin selbst, um seine Angestellten in über 40 nordamerikanischen Logistikzentren zu verpflegen. Doch nun ziehen die letzten Amazon-Go-Läden in Nordamerika ihre Rollläden herunter. Branchenexperten hatten die hohen Kosten und die Aufwendigkeit der Technologie bemängelt, was die Ausweitung auf größere Flächen erschwerte.
Gleichzeitig schließt Amazon auch seine Amazon Fresh Supermärkte. Auch diese Ladenkette, die über 50 Filialen umfasste, stößt nun an ihre wirtschaftlichen Grenzen. Die Suche nach einem profitablen Geschäftsmodell für den Ausbau scheiterte. Positiv äußerte sich das Unternehmen zu einem möglichen Neuanfang: Einige der aufgegebenen Standorte sollen in Whole Foods Supermärkte umgewandelt werden. Das Schicksal der kassenlosen Technologie bei Whole Foods bleibt jedoch unklar.
In den vergangenen Jahren wagte Amazon diverse Vorstöße in den stationären Einzelhandel, so auch mit Buchläden, Elektronik- und Bekleidungsgeschäften, von denen viele mittlerweile aufgegeben wurden.

