Rückzug aus dem kassenlosen Supermarkt: Amazons Strategieanpassung im Einzelhandel
Amazon beendet den Betrieb seiner innovativen, kassenlosen "Amazon Go"-Märkte in Nordamerika. Die technologiefokussierten Läden, die 2018 in den USA eingeführt wurden, erfreuten sich anfangs durch einen hohen Innovationsgrad großer Aufmerksamkeit: Kunden konnten Produkte aus den Regalen nehmen und den Laden ohne traditionellen Bezahlvorgang verlassen, dank einer Kombination aus Gewichtssensoren und Decken-Kameras. Diese Technologie hat in über 360 Geschäften weltweit Anwendung gefunden, von Krankenhaus-Cafeterien bis hin zu Sportarenen. Amazon selbst nutzt das System in mehr als 40 Logistikzentren zur Verpflegung der Mitarbeiter.
Doch trotz dieser technologischen Pionierarbeit macht Amazon nun einen Rückzieher: Die letzten 14 "Amazon Go"-Läden in Nordamerika werden geschlossen. Auch die "Amazon Fresh" Supermärkte, die den konventionellen Einzelhandel widerspiegeln sollten, stellen ihren Betrieb ein. Branchenanalysten führen dies auf die hohen Betriebskosten und die Schwierigkeit zurück, dieses Modell auf größere Ladenflächen auszuweiten.
Ein Hoffnungsschimmer bleibt: Einige der aufgegebenen Standorte sollen in "Whole Foods" Märkte umgewandelt werden, eine Kette, die Amazon bereits 2017 übernommen hatte. Ob die futuristischen Kassentechnologien dort eine Zukunft haben, bleibt unklar. Amazons Versuche, den Online-Erfolg ins stationäre Geschäft zu übertragen, hatten bisher gemischte Resultate, so etwa auch in den Bereichen Buchhandel und Mode.
Ein weiterer Rückzug betrifft das biometrische Bezahlsystem per Hand-Scan. Diese Technologie, die unter anderem in "Whole Foods" verwendet wurde, wird bis Juni abgeschafft, einschließlich der Löschung aller gespeicherten biometrischen Daten.

