Abschied von einer Unternehmerikone: Toni Meggle verstorben
Toni Meggle, die prägende Figur der deutschen Molkereiwirtschaft, ist im Alter von 94 Jahren verstorben. Der ehemalige Eigentümer des Familienunternehmens Meggle hinterlässt eine eindrucksvolle Hinterlassenschaft in der Lebensmittelbranche. Über Jahrzehnte prägte er das Schicksal des Unternehmens, das einst als kleine Käserei in Wasserburg am Inn begann und heute weltweit etabliert ist.
Nach dem Eintritt in das Familienunternehmen im Jahr 1956, übernahm er 1960 die Geschäftsführung und leitete die Expansion über internationale Grenzen hinaus. Durch seine visionäre Führung etablierte sich die Marke Meggle mit ihren ikonischen Butterspezialitäten und Kräuterbaguettes als unverwechselbares Symbol für Qualität und Innovation. Der Ausbau von Auslandsniederlassungen, beginnend mit der ersten Gründung in Japan 1977, verdeutlichte seinen unternehmerischen Weitblick.
Noch lange nachdem sich Meggle aus dem operativen Geschäft zurückzog, blieb er als Aufsichtsratsvorsitzender ein entscheidender strategischer Kopf. Seine Leidenschaft für das Unternehmen manifestierte sich zuletzt durch die Gründung einer Stiftung im Jahr 2019, die er mit seinem Aktienanteil ausstattete, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern und Arbeitsplätze zu bewahren. Die Stiftung garantiert die Unverkäuflichkeit der Unternehmensgruppe, ein testamentarischer Wille, der seine langfristige Vision reflektiert.
Mit zahlreichen Ehrungen wie dem Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden für sein außergewöhnliches Engagement, bleibt Toni Meggle nicht nur in der geschäftlichen, sondern auch in der kommunalen Erinnerung. Seine Frau Marina wird als stellvertretende Vorsitzende der Stiftung die Geschicke des Unternehmens in seinem Geiste weiterführen. Der Verlust dieser Unternehmerlegende lässt eine Lücke zurück, deren Auswirkungen noch lange zu spüren sein werden.

