22,5 Milliarden Dollar für OpenAI: SoftBank setzt alles auf diese eine KI-Wette
Um die Mittel aufzubringen, prüft der Konzern mehrere Optionen: den Verkauf bestehender Beteiligungen, neue Kreditlinien sowie Darlehen, die mit Anteilen am Chipdesigner Arm Holdings besichert werden. Für SoftBank ist es eine Finanzierung mit Hebel – finanziell wie strategisch.
Eine Wette, die Masayoshi Sons Vermächtnis prägen könnte
Für Konzernchef Masayoshi Son ist die OpenAI-Investition mehr als ein weiteres Tech-Engagement. Sie ist der Kern seiner langfristigen Vision, SoftBank als zentralen Akteur im globalen KI-Ökosystem zu positionieren. Bereits im April hatte der Konzern angekündigt, bis zu 30 Milliarden Dollar in OpenAI investieren zu wollen – kurz nachdem das Unternehmen seine Umwandlung in eine gewinnorientierte Struktur abgeschlossen hatte.
Damals lag die Bewertung von OpenAI bei rund 300 Milliarden Dollar. Inzwischen wird in Finanzkreisen darüber spekuliert, dass eine neue Finanzierungsrunde den Unternehmenswert auf bis zu 900 Milliarden Dollar treiben könnte. Sollte sich diese Größenordnung bestätigen, würde SoftBank bereits vor der vollständigen Kapitalzufuhr erhebliche Buchgewinne ausweisen.
Finanzierung unter Druck: Beteiligungsverkäufe und neue Schulden
Der Preis für diese Ambition ist hoch. Um die KI-Offensive zu stemmen, hat SoftBank bereits Konsequenzen gezogen. So wurden die Beteiligungen am Chipkonzern Nvidia vollständig veräußert. Zusätzlich bereitet der Konzern den Börsengang seiner Bezahl-App PayPay vor. Der IPO soll Insidern zufolge im ersten Quartal des kommenden Jahres stattfinden und mehr als 20 Milliarden Dollar einbringen.
Parallel dazu prüft SoftBank neue Kreditfinanzierungen, abgesichert durch seine strategisch wichtige Arm-Beteiligung. Damit erhöht der Konzern jedoch auch seine finanzielle Verwundbarkeit: Sinkende Bewertungen oder eine Korrektur im KI-Sektor würden den Spielraum rasch einengen.
Hohe Erwartungen, begrenzte Fehlertoleranz
Die Investition verdeutlicht die zunehmende Konzentration von Kapital auf wenige, als systemrelevant betrachtete KI-Plattformen. Für SoftBank ist OpenAI dabei der zentrale Baustein. Gleichzeitig steigt das Risiko: Die Bewertung setzt voraus, dass sich generative KI nicht nur technologisch, sondern auch wirtschaftlich in großem Maßstab durchsetzt.
Für Masayoshi Son ist das nichts Neues. Seine Karriere ist geprägt von extremen Wetten – von Alibaba bis Vision Fund. Doch kaum ein Engagement war so groß, so sichtbar und so eng mit seiner langfristigen Strategie verknüpft wie diese.
SoftBanks OpenAI-Investment markiert einen Wendepunkt – für den Konzern selbst und für den globalen KI-Markt. Gelingt die Wette, sichert sich Son einen Platz im Zentrum der nächsten technologischen Ära. Scheitert sie, könnte sie zur teuersten Fehlkalkulation seiner Karriere werden.


