Zollkompromiss zwischen EU und USA stärkt deutsche Staatsanleihen
Die jüngste Einigung auf ein Zollabkommen zwischen der EU und den USA hat den Kursstand deutscher Staatsanleihen zu Beginn der Woche merklich beflügelt. Im Handel kletterte der richtungsweisende Euro-Bund-Future um 0,29 Prozent auf 129,69 Punkte, wodurch die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen auf 2,68 Prozent sank. Diesem Trend folgten auch die Anleihemärkte in weiten Teilen der Eurozone mit rückläufigen Renditen.
Dennoch brachte der vereinbarte Basiszollsatz von 15 Prozent auf die meisten EU-Importe in die USA eine initiale Erleichterung an den Aktienmärkten, da er potenzielle Handelskonflikte zwischen den beiden Wirtschaftsgiganten abmilderte. Die Entwicklung wirkte jedoch nicht belastend auf die als sicher geltenden Staatsanleihen, welche stattdessen ebenfalls zulegten. Denn trotz des Abkommens bleibt die deutsche Wirtschaft vor Herausforderungen.
Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen betonte die dämpfende Wirkung: „Zwar stellt das Abkommen einen positiven Schritt dar, verhindert es doch einen belastenden Handelskrieg. Dennoch wird der Zugang europäischer Unternehmen zu ihren größten Absatzmärkten erschwert, was die Wirtschaft der EU insgesamt belasten wird.“
Blickt man über den Atlantik, so warten weiterhin offene Handelsgespräche mit China und weiteren Staaten auf klärende Abschlussverhandlungen. Eine Zusammenkunft von US-Finanzminister Scott Bessent mit hochrangigen chinesischen Vertretern noch am Montag und Dienstag in Stockholm könnte hier neue Entwicklungen bringen.

