Zoll-Kompromiss zwischen EU und USA: Unsicherheiten belasten deutsche Wirtschaft
Der jüngste Zoll-Kompromiss zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten sorgt bei deutschen Unternehmen für gemischte Reaktionen. Eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zeigt, dass die Mehrzahl der Unternehmen die Vereinbarung als Bürde für die europäische Wirtschaft ansieht. Mehr als die Hälfte der befragten Firmen mit US-Geschäft zieht als Konsequenz eine Reduzierung des Handels in Erwägung. Die Umfrage stützt sich auf die Meinungen von 3.500 überwiegend industriellen Unternehmen.
Volker Treier, der Außenwirtschaftschef der DIHK, kritisierte die neue US-Handelspolitik mit klaren Worten. Er warnte, dass die USA durch ihre protektionistischen Strategien statt stabiler Beziehungen ein unsicheres Wirtschafts- und Investitionsumfeld schaffen. Die Intention, durch Abschottung eine Renaissance der heimischen Industrie zu fördern, scheine in die falsche Richtung zu wirken.
Zusätzlich ergab die Umfrage, dass ein Teil der Firmen ihre Investitionen in den USA auf Eis legt oder reduziert. Ein weiteres Drittel plant Anpassungen beim Umgang mit den entstehenden US-Zollkosten; ein Großteil der betroffenen Unternehmen wird diese Kosten in Form von Preissteigerungen an die Kunden weitergeben.
Dieser Kompromiss, verkündet von US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, sieht vor, dass die meisten europäischen Produkte mit einem US-Zoll von 15 Prozent belegt werden, während Zölle auf US-Industriegüter entfallen sollen. Die DIHK betont die Notwendigkeit rascher Maßnahmen zur Senkung der US-Zölle im Auto- und Metallsektor und fordert einen Mechanismus, der zukünftige Zollerhöhungen verhindern kann. Sollte es erforderlich sein, so die DIHK, müsse die EU auch auf Gegenmaßnahmen zurückgreifen.

