ICE-Pünktlichkeit auf dem Prüfstand: Bahnchefin Evelyn Palla strebt Reformen an

Die Deutsche Bahn steht erneut im Fokus, da die Pünktlichkeit ihrer Fernzüge im vergangenen Jahr auf nur noch 60,1 Prozent gesunken ist. Dies markiert einen weiteren Rückgang im Vergleich zu 62,5 Prozent im Vorjahr und deutlich schlechteren Zahlen im Vergleich zu 74,4 Prozent im Jahr 2015.
Ab sechs Minuten Verzögerung gilt ein Zug als verspätet. Hauptgründe für die anhaltenden Verspätungen sind nach Angaben der Bahn die vielen Baustellen im maroden Schienennetz sowie die stark belasteten Fernverkehrsknotenpunkte.
Die neue Bahnchefin Evelyn Palla hat das Ziel, den rückläufigen Trend zu stoppen und strebt eine Pünktlichkeitsquote von mindestens 70 Prozent bis Ende 2029 an. Trotz der Herausforderungen sollen auch 2026 mindestens 60 Prozent der Züge pünktlich fahren.
Palla möchte den Konzern umstrukturieren und dabei mehr Verantwortung in die Regionen verlagern. Die Managementstrukturen in der Zentrale sollen verschlankt und regionale Manager stärker in die Zielerreichung eingebunden werden.
Über die Weihnachtsfeiertage gab es einen Lichtblick: Rund fünf Millionen Reisende wurden bei einer Pünktlichkeitsquote von gut 75 Prozent befördert, ein Wert, der über dem Durchschnitt der vergangenen Monate liegt. Allerdings bleibt er hinter dem Vorjahreswert zurück. Die positive Entwicklung wird teilweise den reduzierten Bauarbeiten während der Feiertagen zugeschrieben.

