Zinsmärkte in Bewegung: Anleger schauen gespannt auf US-Wirtschaftsdaten
Die Renditen von US-Staatsanleihen haben den höchsten Stand seit drei Wochen erreicht, da Investoren gespannt auf Wirtschaftsdaten und Aussagen von Verantwortlichen der US-Notenbank blicken, um Hinweise auf die weitere Zinsentwicklung zu erhalten.
Sowohl die Zwei- als auch die Zehnjahresanleihen verzeichneten einen Anstieg um einen Basispunkt auf 3,61 % beziehungsweise 4,15 %. Die Märkte gehen davon aus, dass die Fed bis Jahresende die Zinsen um 40 Basispunkte senken wird. Einige Investoren zögern jedoch aufgrund anhaltender Inflationsrisiken, da die Anleihekurse erst weiter fallen müssen, bevor sie sich zum Kauf entschließen.
Am Donnerstag stehen bedeutende wirtschaftliche Veröffentlichungen an, darunter BIP-Daten, Arbeitslosenzahlen und Auftragsdaten für langlebige Güter. Zudem plant das Finanzministerium die Versteigerung von siebenjährigen Anleihen im Umfang von 44 Milliarden Dollar. Gleichzeitig wird gespannt auf Äußerungen von Fed-Vertretern wie Austan Goolsbee, John Williams und Mary Daly geschaut.
Besondere Aufmerksamkeit gilt Stephen Miran, dem neuesten Mitglied des Fed-Vorstands, der in einem Bloomberg TV-Interview möglicherweise seine dovishe Haltung für aggressivere Zinssenkungen bekräftigen könnte. Miran, ein Trump-Berufener, hatte in der vergangenen Woche für 1,5 Prozentpunkte an Zinssenkungen bis Jahresende plädiert.
James Lord, Stratege von Morgan Stanley, beobachtet, dass der Markt eine tiefere Zinssenkungsphase einpreisen könnte. Er prognostiziert, dass die kurzfristigen US-Zinssätze noch um 50 Basispunkte fallen könnten. Morgan Stanley erwartet, dass die Fed bis ins nächste Jahr zinsmäßig aktiv bleibt und sich ein Endzinssatz von 2,75 % bis ins dritte Quartal 2024 manifestiert. Eine solche Lockerung könnte die fünfjährige Rendite auf 3,25 % drücken.
Evelyne Gomez-Liechti von Mizuho International zeigt sich momentan noch zurückhaltend und erwartet, dass die Rendite der zehnjährigen Anleihe 4,20 % erreicht, bevor sich ein Einstieg zum Kauf lohnt. "Kaufgelegenheiten sind aktuell noch nicht besonders attraktiv", kommentiert sie.

