ZF Friedrichshafen: Strategiewechsel statt Verkauf der Antriebssparte
Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen verabschiedet sich von Plänen, seine Antriebssparte 'Division E' zu verkaufen, nachdem eine Einigung mit dem Gesamtbetriebsrat und der IG Metall erzielt wurde. Diese Entscheidung kommt im Zuge eines neuen Bündnisses für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungssicherung, welches den Erhalt der Sparte innerhalb des Unternehmens vorsieht.
Im Fokus der Neuausrichtung steht die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit bestehender Produkte durch interne Umstrukturierungen. Gleichzeitig sollen potenzielle Partnerschaften im Bereich der Elektromobilität ausgelotet werden, um das Portfolio zu erweitern. Die geplanten Sparmaßnahmen, die bis 2027 Einsparungen von über 500 Millionen Euro erzielen sollen, beinhalten den Abbau von 7.600 Arbeitsplätzen in der Antriebssparte bis 2030.
Ein zusätzlicher Stellenabbau bleibt aus, und betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden. Anstelle dessen setzt man auf Altersteilzeit und Vorruhestand. Der kürzlich ernannte Vorstandsvorsitzende Mathias Miedreich beschreibt den neu eingeschlagenen Kurs als industriepolitischen Meilenstein, betont jedoch auch die Härte der Maßnahmen für die Belegschaft.
Werksschließungen in Deutschland sind nicht vorgesehen - bedeutende Standorte bleiben bestehen. Weitere Einschnitte betreffen die tariflichen Lohnerhöhungen, die auf Oktober 2026 verschoben werden, sowie eine Reduzierung der Arbeitszeit, die zu Gehaltseinbußen führt. Die wirtschaftlichen Herausforderungen für ZF sind erheblich, mit einem Verlust von 195 Millionen Euro im ersten Halbjahr und weiter steigenden Schulden aus früheren Firmenübernahmen.
Angesichts gestiegener Finanzierungszinsen muss das Unternehmen nun strategisch handeln, um dringend benötigte Investitionen in Zukunftsfelder nicht zu vernachlässigen.

