Internationale Reaktionen auf US-Angriff auf Venezuela: Ein diplomatischer Drahtseilakt

Die weltweiten Reaktionen auf den überraschenden US-Militärschlag gegen Venezuela und die Festnahme von Präsident Nicolás Maduro könnten nicht vielschichtiger sein. In Europa zeigen sich die Regierungschefs in ihrer Bewertung des Angriffs vorsichtig differenziert. Bundeskanzler Friedrich Merz betont die Komplexität der rechtlichen Einordnung des Einsatzes und verlangt Zeit für eine fundierte Analyse. Gleichzeitig betont er die problematische Rolle Maduros und den Bedarf an einem geordneten Übergang zur demokratischen Legitimität in Venezuela. Dabei positioniert sich Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni gegen ein externes militärisches Eingreifen, obwohl sie defensive Maßnahmen bei Bedrohungen der eigenen Sicherheit als legitim bewertet. Spaniens Pedro Sánchez zeigt klare Kritik an jeglicher Intervention, die das Völkerrecht verletzen könnte, während Frankreichs Präsident Emmanuel Macron einen friedlichen Wechsel unter der Führung von Edmundo González Urrutia fordert.
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu lobt US-Präsident Donald Trump für seine 'mutige und historische Führungsrolle', was sein Diasporaminister Amichai Chikli mit Parallelen zum Iran untermauert. Auch oppositionspolitische Stimmen in Israel wie Jair Lapid ziehen Verbindungen zur geopolitischen Lage im Nahen Osten.
Aus der Ukraine lobt Präsident Wolodymyr Selenskyj die US-Operation als wegweisend im Umgang mit 'Diktatoren'. In der russischen Hauptstadt jedoch zeigen sich die Führungskräfte besorgt und fordern die USA zur Freilassung Maduros auf, während auch Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodríguez hart ins Gericht geht mit den US-Maßnahmen. Sie betont die Souveränität ihres Landes und verweift auf die UN-Charta. Auch in China ist die Reaktion energisch, mit scharfer Kritik an den hegemonialen Aktionen der USA, die als Bedrohung für den Frieden in Lateinamerika gelten. Der neue New Yorker Bürgermeister, Zohran Mamdani, verurteilt den Angriff als rechtlich unzulässig und verstößt gegen internationale Normen. Die unterschiedliche Positionierung der internationalen Akteure verdeutlicht die komplexe geopolitische Lage und den Balanceakt zwischen Machtpolitik und internationaler Rechtsordnung, womit die kommenden Wochen wohl von intensiven diplomatischen Gesprächen geprägt sein werden.

