ZF Friedrichshafen: Navigieren durch den Sturm der Automobilindustrie
Inmitten der Herausforderungen, die die globale Automobilindustrie derzeit durchlebt, kämpft der Autozulieferer ZF Friedrichshafen um die Neudefinition seiner strategischen Ausrichtung und das Erreichen seiner finanziellen Ziele. CEO Holger Klein berichtete, dass das Unternehmen zwar Fortschritte bei dem ursprünglich für 2024 und 2025 festgelegten Sparziel von sechs Milliarden Euro gemacht hat, allerdings mit den bisher eingesparten 5,8 Milliarden Euro noch nicht zufrieden ist. Dennoch hält sich Klein mit Zahlen zu neueren Einsparungsambitionen bedeckt.
Ein zentraler Punkt der Umstrukturierung ist die sogenannte "Division E", die sich mit der Herstellung von Getrieben für alle Arten von Antrieben beschäftigt. Die Division steht aktuell vor Herausforderungen, die sowohl durch die schleppende Entwicklung der E-Mobilität als auch durch die finanziellen Schwierigkeiten im herkömmlichen Getriebesektor bedingt sind. Klein erörtert, dass eine Partnerschaft für die Tragfähigkeit der E-Division von Vorteil wäre, da dies es ermöglicht, Risiken und Entwicklungskosten zu teilen, um somit die Arbeitsplatzsituation in Deutschland zu stabilisieren. Alleinige Restrukturierungsmaßnahmen, führt er weiter aus, erforderten jedoch deutlich gravierendere Schritte zur Effizienzsteigerung.
Trotz der Besorgnisse des Betriebsrats, der sich gegen die geplante Ausgliederung oder gar den Verkauf der Division E und gegen bisherige Stellenstreichungen wehrt, bleibt Klein optimistisch bezüglich der Möglichkeit von Partnerschaften, die Wachstum und somit positive Beschäftigungseffekte bewirken könnten. Diese strategische Neuausrichtung sei, laut Klein, unerlässlich, um in dem von niedriger Fahrzeugproduktion gezeichneten Marktumfeld bestehen zu können.
Die Zukunftsaussichten bleiben jedoch gedämpft: ZF meldete einen Verlust von 195 Millionen Euro im ersten Halbjahr und leidet weiterhin – wie seine Branchenkollegen Bosch, Continental und Schaeffler – unter ausbleibenden Aufträgen und verminderten Herstellerabrufen. Auch der Blick auf das Jahr 2026 sei gemäß Klein wenig optimistisch. Hinzu kommt politischer Druck durch EU-Regulationen, die Potenzial für zusätzliche Unsicherheit bieten, insbesondere in Bezug auf die Entwicklung neuer Hybridantriebstechnologien.
TEE-ZEE Luftverschaffung durch Partnerschaften und Einsparungen könnten sich als Schlüsselelemente erweisen, um der Verschuldungshöhe von 10,5 Milliarden Euro entgegenzuwirken. ZF muss daher sowohl auf dem Spar- als auch auf dem Verhandlungsparkett einen Balanceakt vollführen, um nicht in den Turbulenzen der Automobilbranche unterzugehen.

