Zank um Zahnkosten: Politische Debatte entzweit Lager
In einem Schlagabtausch zwischen führenden Politikern hat der Vorschlag des CDU-Wirtschaftsrats, Zahnbehandlungen privat zu finanzieren, für hitzige Diskussionen gesorgt. Der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach äußerte scharfe Kritik an der Idee und betonte, dass das Ziel sein müsse, erforderliche Leistungen effizienter abzuwickeln, statt sie zu privatisieren. Lauterbach warnte davor, dass soziale Unsicherheit ohne wirtschaftliche Reformen den Aufstieg der AfD begünstigen könnte.
Auch Katharina Dröge, Fraktionschefin der Grünen, verurteilte den Vorschlag als elitär und stellte klar, dass Zahnbehandlungen kein Luxusgut sind, das aus eigener Tasche gezahlt werden sollte. Parallel dazu verteidigte Wolfgang Steiger, Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, das Konzept: Es sei Ausdruck einer umsichtigen Politik, die darauf abzielt, die Sozialabgaben in Schach zu halten, damit den Arbeitnehmern mehr Netto bleibt. Der Wirtschaftsrat versteht sich als ordnungspolitisches Gewissen und spricht für die Soziale Marktwirtschaft.
Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) reagierte zurückhaltend und ordnete den Vorschlag als einen von vielen ein, ohne weitere Kommentare abzugeben. Diese Forderung, Zahnarztbesuche aus dem Solidarsystem der gesetzlichen Krankenversicherung herauszulösen und sie privat abzusichern, wurde als gravierende Abweichung vom Solidarprinzip gewertet. Gesundheitsministerin Nina Warken lehnte die Idee kategorisch ab und unterstrich die Bedeutung der Prävention.

