Zahlenkrieg inmitten der Schlacht: Verluste der Fronten im Ukrainekonflikt
Die im Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit stehenden Verluste der Kriegsparteien im Ukrainekonflikt geben weiterhin Anlass zu intensiven Diskussionen. Ein Bericht des renommierten Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington geht davon aus, dass die russischen Streitkräfte seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine im Februar 2022 etwa 1,2 Millionen Soldaten durch Verwundung oder Tod verloren haben. Diese erschreckende Zahl umfasst laut den US-Experten 325.000 tote russische Soldaten.
Auf der ukrainischen Seite belaufen sich die geschätzten Verluste zwischen 500.000 und 600.000 Soldaten, davon 100.000 bis 140.000 Gefallene. Die Berechnungen des CSIS stützen sich auf geheime Informationen von Militärbehörden, Geheimdiensten und internationalen Regierungen. Sollten die heftigen Auseinandersetzungen so weitergehen, könnte die Gesamtzahl der Verluste beider Seiten bereits im April die Marke von zwei Millionen überschreiten. Die Studie verweist darauf, dass keine Großmacht seit dem Zweiten Weltkrieg solche Verluste hinnehmen musste.
In Moskau hält man derartige Berichte für unglaubwürdig. Kremlsprecher Dmitri Peskow betont, dass nur das russische Verteidigungsministerium autorisiert sei, verlässliche Zahlen zu veröffentlichten Verlusten zu nennen. Diese Haltung verdeutlicht die hohe Brisanz und Geheimhaltung solcher Informationen auf beiden Seiten.
Erschütternd sind für viele die Versuche, Opferzahlen anhand von später veröffentlichten Informationen wie Beerdigungen, Todesanzeigen und Social-Media-Posts zu ermitteln. In Russland berichtet das unabhängige Nachrichtenportal "Medizona" von insgesamt 163.600 bestätigten tödlichen Verlusten. Auf ukrainischer Seite listet die Plattform ualosses.org 87.000 tote Soldaten und weitere Vermisste auf. Dennoch sind sich die Analysten einig, dass in beiden Fällen erhebliche Dunkelziffern bestehen könnten.

