Xbox bekennt sich zur Konsole – Matt Booty stoppt Publisher-Gerüchte
Xbox steht an einem Wendepunkt. Nach dem Abschied von Phil Spencer und dem Führungswechsel an der Spitze blickt die Community gespannt auf die neue Strategie. Wird Xbox zur reinen Publisher-Marke? Wird Hardware nur noch Beiwerk? Matt Booty, Chief Content Officer von Xbox, hat jetzt eine klare Antwort geliefert: Nein.
Im Gespräch mit Windows Central betonte Booty klar, dass das Studiosystem von Xbox „vollständig als First-Party-Struktur“ aufgebaut ist. „Wir sind nicht einfach nur als Publisher aufgestellt“, erklärte Booty. „Unsere Struktur ist darauf ausgelegt, eng mit der Plattform zusammenzuarbeiten.“
Das ist eine direkte Reaktion auf Spekulationen der letzten Monate. Immer wieder wurde diskutiert, ob Microsoft seine großen Marken künftig vollständig plattformübergreifend veröffentlichen und die eigene Hardware strategisch zurückfahren könnte. Booty widerspricht nun deutlich.
Frühzeitige Hardware-Einbindung als Kernprinzip
Ein entscheidender Punkt seiner Aussage: Xbox-Studios sind früh in Hardware-Entscheidungen eingebunden. Booty verweist auf die Arbeit, Spiele wie Gears of War für neue Geräte wie das Xbox Ally zu optimieren. Das bedeutet: Die Studios entwickeln nicht losgelöst von der Hardware. Sie gestalten sie mit. Diese enge Verzahnung ist typisch für klassische First-Party-Strukturen, ähnlich wie bei Sony oder Nintendo. Für Fans der Xbox-Konsolen ist das ein sehr positives Signal.
Auch die neue Xbox-CEO Asha Sharma unterstreicht diesen Kurs. In ihrem Interview spricht sie von einer „Rückkehr zum Geist von Xbox“. Was meint sie damit? Überraschung. Mut. Rebellion. Spaß. Das seien Begriffe, die sie mit der Marke verbinde. Vor allem aber betont sie die Verpflichtung gegenüber den langjährigen Fans. „Xbox startete mit der Konsole“, sagt Sharma. Und sie macht klar, dass Hardware nicht aufgegeben wird.
Gleichzeitig will man Barrieren zwischen Geräten abbauen. Xbox-Games sollen auf unterschiedlichen Plattformen funktionieren, ohne dass die Identität der Konsole verloren geht.

Das ASUS ROG Xbox Ally X ist ein Handheld-PC, der zusammen mit Microsoft entwickelt wurde. – Bild: ASUS
Keine AI-Directive, keine Massenproduktion
Ein weiteres sensibles Thema: künstliche Intelligenz. Sharma, die zuvor im Microsoft CoreAI-Bereich tätig war, stellt klar: Es wird keine KI-Flut geben. Keine automatisch generierten Games ohne kreative Substanz. Der CCO von Xbox, Booty ergänzt, dass es keinerlei Druck aus dem Microsoft-Konzern gebe, KI erzwungen einzusetzen. Entwickler dürfen Tools nutzen, wenn sie helfen, aber Kunst bleibt menschengemacht.
Viele Fans fragen sich: Wird Xbox künftig nur noch auf sichere Blockbuster setzen? Booty widerspricht auch hier. Xbox verstehe sich als „Föderation“ von Studios. Von kleinen, experimentellen Projekten bis hin zu globalen Megamarken wie Call of Duty. „Fast alles Große begann einmal klein“, betont er. Diese kreative Vielfalt sei Kern der Kultur. Und daran wolle man festhalten.
Strategiewechsel? Vielleicht, aber nicht über Nacht
Sharma gibt offen zu, dass sie die bisherigen Entscheidungen zunächst analysieren will. Sie spricht von „Lifetime Value“ statt kurzfristiger Optimierung.
„Der Plan ist der Plan, bis er es nicht mehr ist“, sagt Asha Sharma.
Immerhin sind einige Xbox-Games derzeit für PlayStation in der Pipeline, darunter Starfield, dass noch nicht offiziell ist. Forza Horizon 6 und Fable hingegen sind bereits im PlayStation Store als „angekündigt“ vermerkt. Ebenso wird der Master Chief in Halo: Campaign Evolved für die PS5 kommen. Ob zukünftige Titel wie The Elder Scrolls 6 von der neuen Xbox-Führung anders „bewertet“ werden? Wir werden sehen.
Xbox will wieder Xbox sein. Was auch immer wir darunter verstehen dürfen.


