Wohnungsmangel in München: Ein jahrzehntelanges Problem?
Der Vorstandsvorsitzende von Vonovia, Rolf Buch, hat vor einem langanhaltenden Wohnungsmangel in München und dessen Umland gewarnt. Laut Buch wird der Trend zur Urbanisierung durch den erforderlichen Zuzug von Arbeitskräften weiter angeheizt. Diese Entwicklung werde die nächste Generation prägen, da in Metropolen wie München in den kommenden 30 Jahren ein massiver Wohnungsmangel zu erwarten sei.
Ein Grund dafür sei der anhaltende Zustrom von Menschen aus dem Ausland, die vor allem die Städte als Ziel wählen würden, da dort die Arbeitsmöglichkeiten größer und die Sprachbarrieren geringer seien. Auch die bereits ansässige Bevölkerung ziehe es vermehrt in die Städte – junge Menschen wegen der besseren Bildungs- und Jobmöglichkeiten, ältere wegen der überlegenen Gesundheitsversorgung. Doch das Bauvolumen halte mit diesem Wachstum nicht Schritt.
Buch unterstrich die Dringlichkeit der Problematik und warnte davor, das Ausmaß zu unterschätzen. Bei einer Wohnungsanzeige in Städten wie München oder Berlin gebe es bis zu 800 Bewerber. Dies sei ungesund für die Gesellschaft, da es vor allem Alleinerziehende schwer treffe, die gegenüber besserverdienenden Paaren ohne Kinder benachteiligt seien. Dabei sei es entscheidend, dass dringend bezahlbare Wohnungen geschaffen würden, indem Genehmigungsverfahren beschleunigt und Baukosten durch serielle Bauweise und niedrigere Baustandards gesenkt werden.

