GTA 6: PC-Spieler sind wieder nur die zweite Wahl – Take-Two CEO erklärt die bittere Wahrheit
Die Katze ist aus dem Sack, auch wenn sie vielen nicht gefallen wird: Grand Theft Auto 6 wird, wie von vielen befürchtet, zuerst für Konsolen erscheinen. In einem Interview hat Strauss Zelnick, der CEO des Publishers Take-Two Interactive, die Gründe für diese seit Jahren praktizierte Strategie dargelegt. Das mit-abstand meisterwartete Spiel der Dekade erscheint somit am 19. November zunächst nur für PlayStation 5 und Xbox Series X/S, während PC-Spieler traditionell in die Röhre gucken.
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Konsolen als „Kernzielgruppe“: Die offizielle Begründung
Auf die Frage, warum man den PC-Markt erneut hinten anstellt, hatte Zelnick eine klare, wenn auch für PC-Gamer ernüchternde Antwort. Es gehe nicht um Exklusiv-Deals mit Sony oder Microsoft, sondern darum, die „Kernzielgruppe“ zu bedienen.
„Rockstar startet immer auf Konsole, weil ich denke, dass man bei einem solchen Release daran gemessen wird, den Kern zu bedienen“, so Zelnick. „Wenn deine Kern-Kundschaft nicht da ist, wenn sie nicht zuerst und am besten bedient wird, erreichst du deine anderen Konsumenten quasi nicht.“
Im Klartext: PC-Spieler gehören für Take-Two und Rockstar Games nicht zur primären Zielgruppe, die zum Launch zufriedengestellt werden muss.
Keine Überraschung: Ein Blick in die Rockstar-Geschichte
So hart diese Aussage für überzeugte PC-Spieler klingen mag, überraschend ist sie nicht. Rockstar verfolgt dieses Muster seit Jahren.
- Grand Theft Auto 5: Erschien 2013 für PS3/Xbox 360, die PC-Version folgte erst 2015.
- Red Dead Redemption 2: Kam 2018 für PS4/Xbox One, PC-Cowboys mussten ein volles Jahr bis 2019 warten.
Die Strategie dahinter ist aus Business-Sicht nachvollziehbar: Man konzentriert sich auf die Optimierung für eine überschaubare Anzahl an Hardware-Konfigurationen, sichert sich massive Day-One-Verkäufe im Konsolenmarkt und schöpft später mit einer technisch aufpolierten PC-Version den Markt ein zweites Mal ab – Doppel-Dipper, die ihren Titel bereits auf Konsole gespielt haben, inklusive.
Eine bittere Pille für die „PC Master Race“?
Die offene Kommunikation von Zelnick ist einerseits erfrischend ehrlich, andererseits ein Schlag ins Gesicht für die treue und zahlungskräftige PC-Community. Sie bestätigt, was viele seit Jahren fühlen: dass sie trotz ihrer Bedeutung für den Gesamtmarkt im Ökosystem von Rockstar nur die zweite Geige spielen. Während die Vorfreude auf den 19. November bei Konsolen-Besitzern steigt, stellt sich für PC-Spieler einmal mehr die Frage: Warten, Spoilern ausweichen und auf eine technisch einwandfreie Portierung hoffen – oder zähneknirschend doch zur Konsolen-Version greifen? Die Antwort darauf scheint für Take-Two bereits klar zu sein.


