Wiener Börse im Abwärtstrend trotz positiver Inflationsdaten
Der Wiener Aktienmarkt hat am Dienstag einen negativen Handelstag verzeichnet. Der ATX, der führende Index des Marktes, verminderte sich um 0,29 Prozent und erreichte den Schlussstand von 4.423,62 Punkten. Ebenso musste der umfassendere ATX Prime einen Rückgang um 0,27 Prozent hinnehmen, wodurch er bei 2.218,66 Punkten landete.
Trotz eines erfreulichen Rückgangs der Inflationsrate im Euroraum konnten die Märkte nicht zulegen. Laut den neuesten Schätzungen von Eurostat stiegen die Verbraucherpreise im Mai durchschnittlich um nur 1,9 Prozent, verglichen mit einer Vorjahresrate von 2,2 Prozent im April. Diese Nachrichten sind besonders im Vorfeld der EZB-Ratssitzung am Donnerstag von Interesse. Marktbeobachter erwarten fest eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank um 0,25 Prozentpunkte.
Die politische Situation in den Niederlanden, wo die Regierungskoalition im Streit über die Migrationspolitik zerbrach, lastete ebenfalls auf der Marktentwicklung. Der Austritt der Partei von Geert Wilders, der radikal-rechten Kraft der Koalition, führte zur Einleitung von Neuwahlen.
Innerhalb des ATX Prime mussten FACC mit einem Rückgang von 2,7 Prozent sowie Mayr-Melnhof Karton mit einem Minus von 1,7 Prozent hohe Verluste hinnehmen. Die Aktien von Verbund verloren 1,4 Prozent. Doch es gab auch Gewinner: Im Immobiliensektor stiegen die Anteile von UBM um 4,6 Prozent und CPI Europe verzeichnete Gewinne von 0,6 Prozent, während CA Immobilien um 0,5 Prozent nachgaben. Technologiewerte wie Frequentis konnten um 3,3 Prozent zulegen.
Außerdem hat der weltweit größte Ziegelhersteller Wienerberger in Irland durch den Kauf von MFP Sales Ltd. expandiert, was ihn jedoch nicht vor einem Wertverlust von 0,1 Prozent bewahren konnte. Veränderungen stehen auch beim KTM-Mutterkonzern Pierer Mobility an, dessen Aufsichtsrat sich zur Hauptversammlung im Juni 2025 neu formieren wird. Trotz dieser Ankündigungen legten die Aktien um 1,3 Prozent zu.

