Wiener Börse auf turbulentem Pfad: ATX im leichten Rückwärtsgang
Die Wiener Börse hat am Donnerstag erneut Einbußen verzeichnet, allerdings wurden diese deutlichen Verluste gegen Ende des Handelstages etwas abgefedert. Der ATX verringerte sich um bescheidene 0,06 Prozent auf 4.388,88 Punkte. Seit einigen Wochen sucht der Leitindex seinen Kurs in einem instabilen Umfeld. Auch der ATX Prime verzeichnete einen Rückgang von 0,09 Prozent auf 2.206,49 Zähler.
Nicht nur in Österreich, sondern auch im restlichen Europa waren merkliche Verluste zu beobachten. Trotz einer Handelsvereinbarung zwischen den USA und China bleibt die Unsicherheit vorherrschend. Besorgniserregend sind Meldungen über einen möglichen Angriff Israels auf den Iran, was die USA dazu veranlasst hat, ihr Botschaftspersonal im Irak zu reduzieren. Die Berichte über eine potenzielle Eskalation lassen befürchten, dass Teheran auf einen solchen Angriff mit Vergeltungsschlägen reagieren könnte.
Erfreulicher präsentierte sich die DO&CO-Aktie, die nach beeindruckenden Jahreszahlen während des Tages um über acht Prozent anstieg und letztlich ein Prozent im Plus schloss. Analystin Vladimira Urbankova von der Erste Group zeigte sich begeistert von den Zahlen, die die optimistischen Erwartungen deutlich übertroffen haben.
Bei den Bankwerten konnte sich allein die Erste Group behaupten und gewann 0,1 Prozent an Wert. Marlene Eibensteiner von der Deutschen Bank hob das Kursziel für die Aktien auf 84 Euro an und bekräftigte ihre Kaufempfehlung. Sie zählt die Erste Group zu den Favoriten der europäischen Banken.
Auf der Verliererseite waren Abstiege von bis zu 1,1 Prozent bei RBI und Bawag zu verzeichnen. Ein Lichtblick war allerdings die OMV-Aktie, die sich um satte 3,8 Prozent verbesserte und somit dem ATX wesentliche Unterstützung bot.
SBO verzeichnete ein Plus von 0,8 Prozent und notierte bei 30,90 Euro. Analyst Nicolas Kneip von der Wiener Privatbank sieht den Ölfeldausrüster jedoch vor Herausforderungen durch unsichere Zollpolitik und einen schwachen Ölpreis, was zu einer Zurückhaltung der Kunden führt. Dennoch hält er an seiner Kaufempfehlung fest, senkte jedoch den fairen Wert auf 47,3 Euro.
Schwächer schlossen die UNIQA-Aktien mit einem deutlichen Abschlag von knapp sieben Prozent, der allerdings primär auf einen Dividendenabschlag zurückzuführen ist.

