Wiederaufbau der Ukraine als Chance für deutsche Wirtschaft
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan bemüht sich in der ukrainischen Hauptstadt um eine stärkere Teilnahme deutscher Unternehmen am Wiederaufbau des kriegsgebeutelten Landes. Sie betont, eine stabile Wirtschaft sei unabdingbar für den Wiederaufbau, und sieht gleichzeitig Chancen für die deutsche Industrie. Alabali-Radovan traf zu einem Tag in Kiew ein, der im Zeichen intensiver Gespräche über fortdauernde deutsche Unterstützung stand.
Themen waren der Zivilschutz und die Bereitstellung von Hilfen für die Zivilbevölkerung. Wichtige Vertragsunterzeichnungen zur Entwicklungszusammenarbeit, inklusive gezielter Reformmaßnahmen, standen ebenfalls auf dem Programm. Seit Kriegsausbruch flossen bereits zwei Milliarden Euro vom Entwicklungsministerium in die Ukraine. Doch das Gesamtvolumen für den Wiederaufbau beläuft sich laut Experten auf über 500 Milliarden Euro.
Hierbei gewinnen Fonds, die Staatsgeld mit privaten Investitionen kombinieren, an Bedeutung. Sie schaffen eine Multiplikationseffekt, der auch Budgetkürzungen im Ministerium abmildert.
Während sich Deutschland als größter militärischer Unterstützer etabliert hat, widmet sich Alabali-Radovan nun verstärkt zivilen Projekten. Unter anderem wird ein Feuerwehr-Roboter übergeben, um Brände in gefährlichen Zonen zu bekämpfen.
Indessen verschlechtert sich die Lage durch neuerliche russische Luftangriffe auf die Energieinfrastruktur. Besonders betroffen sind Regionen nahe Tschernihiw und Sumy, wo kontinuierliche Drohnenangriffe Reparaturarbeiten erschweren. Gleichzeitig gefährden Ausfälle bei der Gasförderung die Heizperiode und beschränken die Wasserversorgung aufgrund unzureichendem Druck. Hart getroffen wurde vergangene Woche die Hauptstadt Kiew, wo über 400 Drohnen und mehrere Raketen, darunter schwer abzuwehrende Kinschal-Raketen, eingesetzt wurden. Die ukrainische Luftwaffe konnte lediglich knapp 60 Prozent der Raketen abwehren, während ballistische Iskander-Raketen und die Kinschal als wachsendes Problem für die Verteidigungsmaßnahmen genannt werden.

