Wie funktioniert die Post in anderen Ländern?

21. Februar 2022, 09:32 Uhr · Quelle: klamm.de

In der Öffentlichkeit ist es relativ wenig bekannt, dass die Deutsche Post DHL Group (wie die Deutsche Post AG seit 2015 heißt), das größte Logistikunternehmen der Welt ist. In 220 Ländern und Territorien weltweit beschäftigt die Deutsche Post fast 600.000 Mitarbeiter. Allein in Deutschland befördert die Post pro Jahr mehr als 14 Milliarden Briefe und ca. 1,6 Milliarden Pakete. Besonders der Paketversand erlebt seit 2020 einen Boom mit teilweise zweistelligen Wachstumsraten.

Postzustellung international - woanders geht es anders

Hier in Deutschland sind es die Menschen gewöhnt, dass der Briefträger täglich von Montag bis Samstag die Post bringt und sie in den Briefkasten wirft, der sich im oder am Haus befindet. Das ist jedoch nicht überall so. In anderen Ländern wird die Post anders zugestellt.

Skandinavien
In Schweden, Norwegen und Finnland sind Hausbriefkästen nur selten anzutreffen. Die Menschen bevorzugen vielmehr Gemeinschaftsbriefkästen. Das sind geschützte Häuschen direkt an der Straße, in denen die Briefkästen mehrerer Häuser oder einer Wohnanlage untergebracht sind. Sie ersparen den Briefträgern den mühseligen Weg zu den einzelnen Häusern.

Großbritannien
In Großbritannien ist es genau umgekehrt. Zumindest in kleineren Mehrfamilienhäusern kennt man weder Hausbriefkästen noch Briefkastenanlagen. Dort ist in vielen Wohnungstüren ein Schlitz mit einer Klappe eingebaut. Das ist der "Briefkasten". Der Briefträger muss zu jeder einzelnen Wohnung laufen (bis ins oberste Stockwerk) und die Post an der Tür einwerfen.

USA
In den ländlichen Gebieten der USA funktioniert die Post ganz anders. Amerikanische Briefkästen hat wahrscheinlich jeder schon einmal im Film gesehen. Sie sind länglich, halbrund und auf einem Ständer oder Pfahl montiert. Auf der Straßenseite ist eine Klappe, durch die der Postbote die Post einlegt. Auf der anderen Seite wird sie durch eine zweite Klappe entnommen. Das auffälligste Merkmal ist ein roter Zeiger, der am Briefkasten befestigt ist. Zeigt er nach oben, bedeutet es, dass Post zum Absenden bereit liegt. Die USA sind eines der wenigen Länder, in denen private Briefkästen nicht nur zur Zustellung, sondern auch zum Versenden von Briefen benutzt werden können.

Australien
Im australischen Outback sind die Entfernungen zwischen den Siedlungen und Farmen riesig. Briefkästen wie in Europa würden sich nicht lohnen, weil die Zusteller enorme Wegstrecken zurücklegen müssten. Stattdessen gibt es "Briefdepots" an den Straßen. Das sind alle möglichen Behälter, von der ausrangierten Waschtrommel bis zur alten Milchkanne, die zum Briefkasten umfunktioniert wurden. Mehrere Farmen nutzen so ein Briefdepot gemeinsam.

Afrika
In vielen afrikanischen Ländern existiert keine Briefzustellung für Privatpersonen. Wer dort Post erhalten möchte, hat 2 Optionen. Man kann sich ein Postfach mieten und die Sendungen dort in Empfang nehmen. Das wird aber nur von wenigen genutzt, weil der Weg bis zum Postamt sehr weit ist und das Postfach im Verhältnis zum Einkommen teuer ist.

Alternativ kann man sich die Post auch an die für den Wohnbezirk zuständige Schule schicken lassen und sie dort abholen. In einigen Gegenden verteilen die Schüler sogar die Post im Dorf. Wer bei einer größeren Firma arbeitet, kann sich die Post auch auf Arbeit schicken lassen.

Südamerika
Auch dort ist es in vielen Gebieten um die Postzustellung schlecht bestellt. In Ecuador sind zum Beispiel Hausbriefkästen gänzlich unbekannt. Es gibt keine Postzustellung. Damit dort ein Brief zugestellt werden kann, muss der Absender zusätzlich zur Wohnanschrift des Empfängers dessen Handynummer auf den Umschlag schreiben. Trifft der Brief auf dem Postamt ein, ruft ein Angestellter den Empfänger an und teilt ihm mit, dass ein Brief zur Abholung bereit liegt.

Straßencafés als Briefkasten
In vielen Ländern mit schlecht entwickelter Infrastruktur ist eine Postzustellung wie sie in Deutschland und anderen Industriestaaten üblich ist, nicht möglich. Die Menschen haben eine clevere Lösung des Problems gefunden. Sie lassen sich ihre Post in ein Café, Bar oder Geschäft in ihrer Wohngegend schicken. Dort schauen sie sowieso regelmäßig vorbei. Da jeder jeden kennt, erhalten sie Bescheid, wenn Post für sie da ist.

Inseln oder abgelegene Gebiete an der Küste
... werden bis heute durch Postschiffe beliefert.

Postzustellung bei den Eidgenossen

Man sollte meinen, in einem so hoch entwickelten Land wie der Schweiz sollte es keine Probleme mit der Postzustellung geben. In den Städten stimmt das auch. Die bergige Topographie der Schweiz erschwert aber die Postzustellung in den entlegenen Bergdörfern enorm, besonders im Winter. Bei schlechtem Wetter ist manchmal über längere Zeit keine Zustellung möglich. Zur Beseitigung des Problems plant die Schweizer Post, zumindest Briefe an abgelegene Berghöfe mit Drohnen zu liefern.

Briefkästen und Briefkastenanlagen in Deutschland

Im Vergleich zu anderen Ländern klappt es in Deutschland mit der Postzustellung ziemlich gut. Es gibt zwar Beschwerden, aber im Verhältnis zur riesigen Zahl der Sendungen machen sie nur einen winzigen Bruchteil des Gesamtvolumens aus.

Das ist nicht zuletzt dem Umstand zu verdanken, dass es hierzulande vorgeschrieben ist, dass zu jeder Wohnung ein abschließbarer Briefkasten gehört. Er wird entweder als Einzelbriefkasten oder als Briefkastenanlage angeboten. Auf https://www.cenator.de/ können sich Interessenten über das breite Angebot informieren.

Moderne Briefkästen müssen strengen Anforderungen genügen. Sie müssen so konstruiert sein, dass sie eine Postsendung im Format DIN A4 aufnehmen können, ohne dass diese geknickt werden muss. Aus Gründen des Datenschutzes muss der Briefkasten verschließbar sein und eine Vorrichtung zur Befestigung des Namensschildes besitzen.

Die Briefkästen müssen so gebaut sein, dass Unbefugte die Post nach dem Einwerfen nicht einfach ohne Öffnen des Kastens entnehmen können. Wegen seiner Robustheit und Wetterbeständigkeit wird Edelstahl als Material bevorzugt. Es gibt aber auch Modelle aus Kunststoff und Designer-Briefkästen. Fans US-amerikanischer Mailboxen können sich diese bestellen, weil sie in Deutschland zur Verwendung als Briefkästen zugelassen sind.

Wie sieht die Zukunft der Postzustellung aus?

Die Deutschen sind Weltmeister im Senden und Empfangen von Briefen. Trotzdem zeigt sich auf dem Gebiet der Briefpost seit Jahren ein rückläufiger Trend. Gleichzeitig befördert die Deutsche Post immer mehr Pakete. Das ist dem Internet zu verdanken. Der Großteil der Briefe stellen heute Rechnungen und Schreiben von Behörden dar. Immer weniger Menschen schreiben private Briefe. Sie kommunizieren lieber über soziale Netzwerke. Gleichzeitig wächst der Onlinehandel rasant, weil Shopping im Internet so bequem ist. Die Bestellung wird schließlich mit der Post nach Hause geliefert.

Um die Flut der Pakete zu bewältigen, plant die Deutsche Post das Einrichten von Paketkästen Für ein großes Haus oder mehrere Einfamilienhäuser soll ein Kasten aufgestellt werden, zu dem die Berechtigen Schlüssel oder einen Code zum Öffnen erhalten. Wird ein Paket abgeliefert, erhält der Empfänger eine Benachrichtigung und kann es dort abholen. Das ist sowohl für den Zusteller als auch den Empfänger bequemer und spart Zeit und Stress. Allerdings bleibt abzuwarten, ob sich diese Art der Paketzustellung durchsetzen wird.

Auch auf dem Gebiet der Briefzustellung bahnen sich Neuerungen an. Vor kurzem stellte die Deutsche Post eine neue Funktion ihrer App vor. Wenn auf dem zuständigen Postamt ein Brief eintrifft, wird der Empfänger darüber über seine hinterlegte Emailadresse informiert. Die E-Mail enthält einen Scan der Vorderseite des Briefes. Bald wird es wahrscheinlich noch einen Schritt weiter gehen. Der Empfänger kann entscheiden, ob die Sendung ungeöffnet vernichtet, geöffnet, gescannt und per E-Mail an den Empfänger gesendet oder als klassischer Brief in Papierform zugestellt werden soll.

Einige private Unternehmen bieten diese Art von Service bereits an. Sie heißt digitaler Briefkasten. Durch Digitalisierung ist die Deutsche Post auch in Zukunft in der Lage, eine gut funktionierende Zustellung zu gewährleisten. Außerdem nützt sie der Umwelt, weil die Verwendung von Papier reduziert wird und weniger Emissionen entstehen. Obendrein werden Zeit und Arbeitskraft gespart.

Transportwesen / Post
21.02.2022 · 09:32 Uhr
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