Iran-Krieg

Neue Angriffe am Persischen Golf - Sorge vor Eskalation

28. Mai 2026, 13:28 Uhr · Quelle: dpa
Iran-Krieg - USS Abraham Lincoln
Foto: Uncredited/US Central Command/dpa
Das US-Militär hatte in der Nacht zu Donnerstag iranischen Angaben zufolge einen Bereich des Flughafens in der Hafenstadt Bandar Abbas attackiert.
US-Präsident Donald Trump hatte sich jüngst optimistisch gezeigt, dass ein Deal mit dem Iran erzielt werden könne. In Teheran fürchten sich Experten nach neuen Attacken vor einer weiteren Eskalation.

Teheran (dpa) - Gegenseitige Angriffe inmitten der Gespräche über ein Kriegsende zwischen dem Iran und den USA schüren Sorgen vor einer weiteren Eskalation. Nach den nächtlichen Attacken am Persischen Golf herrscht drei Monate nach Kriegsbeginn in der iranischen Hauptstadt Teheran Ungewissheit über die Zukunft der Verhandlungen. Experten in der Millionenmetropole halten ein Wiederaufflammen der Kämpfe inzwischen für immer wahrscheinlicher. 

Das US-Militär hatte in der Nacht zu Donnerstag einen Bereich des Flughafens in der Hafenstadt Bandar Abbas im Landessüden attackiert, wie iranische Medien berichteten. Sechs Drohnen wurden nach US-Angaben abgeschossen. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim zitierte eine heimische Militärquelle, wonach mehrere Schiffe die Meerenge mit abgeschaltetem Radarsystem passieren wollten. Warnschüsse der Revolutionsgarden hätten zwei Schiffe zum Umkehren gezwungen und die US-Angriffe ausgelöst.

Welche Kriegspartei jedoch zuerst das Feuer eröffnet hatte, kann nicht unabhängig überprüft werden. Bereits am Dienstag kam es in der Straße von Hormus zu gegenseitigem Beschuss. Seit dem 8. April herrscht in dem Krieg eigentlich eine Waffenruhe. Regionale Staaten und vor allem Pakistan vermitteln zwischen Washington und Teheran, um den Krieg dauerhaft zu beenden.

Experte: Krieg unausweichlich

Während sich US-Präsident Donald Trump in den vergangenen Tagen auch optimistisch mit Blick auf einen möglichen Deal gezeigt hatte, bleiben Insider skeptisch. Irans Führung verhandle aus zwei unterschiedlichen Perspektiven, sagte ein Kenner der Gespräche. Einerseits gehe es um Bedürfnisse wie die Aufhebung harter Sanktionen, andererseits um ideologische Fragen wie die Kontrolle über die Straße von Hormus oder das umstrittene Atomprogramm.

«Da Trump nirgendwo Kompromisse machen will, ist eine Einigung nicht möglich und ein erneuter Krieg somit unausweichlich», schätzt der Experte. Auch im iranischen Staatsfernsehen stimmen Kommentatoren die Bevölkerung auf eine Wiederaufnahme der Kämpfe ein.

Kuwait erneut unter Beschuss

Als Reaktion auf die Angriffe gaben Irans Revolutionsgarden am frühen Morgen bekannt, dass man die US-Luftwaffenbasis attackiert habe, von der aus das US-Militär auf ein Gebiet nahe dem Flughafen von Bandar Abbas gefeuert habe. Der Golfstaat Kuwait meldete Beschuss durch Raketen und Drohnen. Zu möglichen Schäden und Opfern gab es zunächst keine Informationen.

Nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe gegen den Iran am 28. Februar feuerte der Iran jedoch schon mehrmals Raketen und Drohnen auf Kuwait und andere Staaten am Persischen Golf. Dort unterhält das US-Militär zahlreiche Stützpunkte, die nur wenige Hundert Kilometer Luftlinie vom Iran entfernt sind. Trotz der Waffenruhe hatten auch die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Golfstaaten zuletzt vereinzelt Beschuss gemeldet. 

Am Vormittag verurteilte das iranische Außenministerium die nächtlichen US-Angriffe scharf. Außenamtssprecher Ismail Baghai sprach in einer Mitteilung von wiederholten Verstößen gegen die Waffenruhe. Er bekräftigte auch die Entschlossenheit seines Landes, auf die Angriffe im Rahmen des Selbstverteidigungsrechts zu reagieren.

Kritik an Trumps Drohung gegen Oman 

Baghai kritisierte außerdem Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der dem Golfstaat Oman gedroht hatte. «Der Oman wird sich wie alle anderen verhalten, oder wir müssen sie in die Luft jagen. Das verstehen sie», sagte der Republikaner am Mittwoch. Trump reagierte damit auf Berichte über Gespräche zwischen dem Iran und dem Oman über eine gemeinsame Regulierung der Straße von Hormus. Die Drohung sei ein «gefährliches Zeichen für die Normalisierung von Rechtsbruch und Machtpolitik», warnte Baghai.

Der Oman pflegt gute Beziehungen nach Washington und Teheran und hat sich in Krisen immer wieder einen Namen als diskreter Vermittler gemacht, auch im Streit um Irans Atomprogramm. Wegen seiner pragmatischen Haltung und dem Prinzip der Nichteinmischung wird das Sultanat auch als «Schweiz des Nahen Ostens» bezeichnet. Dass der Wüstenstaat mit Blick auf die Meerenge ähnliche Ziele wie der Iran verfolgt, gilt als unwahrscheinlich.

Der britische Sicherheitsexperte Samir Puri vom King’s College in London bezeichnete Trumps Worte als überraschend. Die Drohung sende eine «schreckliche Botschaft» an die Verbündeten der USA am Golf, sagte er dem Sender Al Jazeera. «So etwas über Oman zu sagen, wird Schockwellen durch die Region senden.»

Straße von Hormus bleibt Streitpunkt in Verhandlungen

Irans Streitkräfte hatten kurz nach Kriegsbeginn die Kontrolle über die für den Energiehandel wichtige Straße von Hormus übernommen. Faktisch müssen sich Reedereien mit iranischen Kontaktstellen koordinieren und dürfen anschließend nur einen Korridor nahe der iranischen Küste passieren. Dafür verlangt die iranische Führung hohe Gebühren. Völkerrechtlern zufolge verstoßen solche Gebühren gegen das Recht auf Transitpassage. Die USA haben ihrerseits eine Seeblockade verhängt, um den Iran am Export von Öl zu hindern.

Die Kontrolle über die Straße von Hormus gehört in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein Ende des Kriegs zu den besonders strittigen Punkten. Die US-Regierung belegte unterdessen eine vom Iran neu geschaffene Behörde zur Kontrolle der Meerenge mit Sanktionen. Sie warnte Reeder vor einer Zusammenarbeit mit der Behörde. Dies könne als Unterstützung der iranischen Revolutionsgarden aufgefasst und ebenfalls mit Sanktionen belegt werden.

Krieg / Konflikte / Iran / Israel / USA / Oman / Kuwait / Straße von Hormus
28.05.2026 · 13:28 Uhr
[6 Kommentare]
Albino-Büffel «Donald Trump»
Dhaka (dpa) - Seine hellblonde Haartolle rettete ihm das Leben: Ein Albino-Büffel mit dem Spitznamen «Donald Trump», dessen markante Frisur an jene des US-Präsidenten erinnert, ist in Bangladesch in letzter Minute dem Schlachter entkommen. Das über 700 Kilogramm schwere Tier war in den vergangenen Wochen zum Internet-Star geworden. Fotos und Videos […] (02)
vor 23 Minuten
Linda Perry
(BANG) - Linda Perry hat Madonna eine deutliche Botschaft mitgegeben und behauptet, die Pop-Ikone habe ihren Biss verloren, weil sie Trends hinterherlaufe, statt sie selbst zu setzen. Im Gespräch mit 'Consequence' verriet die 61-jährige Songwriterin, dass sie schon lange mit der "Queen of Pop" zusammenarbeiten wolle. Sie sagte: "Diejenige, die mir immer […] (00)
vor 1 Stunde
Mit dem iPad hat Apple im Jahr 2010 eine ganze Gerätekategorie salonfähig gemacht: die Tablet-Computer. Sie bedienen sich der Touchscreen-Technologie, die bereits zuvor von Smartphones bekannt war, und kombinieren sie mit dem übersichtlichen Bildschirm eines Laptops. Dies eröffnet sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen zahllose Nutzungsoptionen. […] (00)
vor 30 Minuten
Schock für Fans: Entwicklung von Dragon Quest XII startet komplett neu
Fans von JRPGs müssen jetzt stark sein. Denn das bereits vor fünf Jahren angekündigte Dragon Quest XII dürfte noch deutlich länger in Entwicklung bleiben als bisher angenommen. In einem Stream zum 40. Jubiläum der in Japan enorm erfolgreichen Marke gaben Produzent Yosuke Saito und Serienschöpfer Yuji Hori ein überraschendes Update: Die Entwicklung des […] (00)
vor 9 Minuten
RTLZWEI bringt «Geissens»- und «GRIP»-Fast-Channels zu Samsung TV Plus
Die beiden Channels basieren auf kuratierten Videos und stellen die Inhalte rund um die Uhr kostenfrei zur Verfügung. RTLZWEI erweitert seine Distribution im Connected-TV-Markt und startet jetzt zwei FAST-Channels (Free Ad Supported Streaming TV) bei Samsung TV Plus. Mit «GRIP - Das Motormagazin» und «Die Geissens - Eine schrecklich glamouröse Familie» bringt der Sender zwei seiner bekanntesten […] (00)
vor 3 Stunden
WM-Vorbereitung der Fußball-Nationalmannschaft
Herzogenaurach (dpa) - Schneidige Kommandos, klare Ansprache - Julian Nagelsmann hat kurz vor dem WM-Ernstfall keine Zeit mehr zu verschenken. Und so geriet der Trainingsauftakt im sommerlichen Herzogenaurach nicht zum lockeren Aufgalopp für die Fußball-Nationalspieler um Kapitän Joshua Kimmich. Nein, es war ein heißer Start mit hoher Intensität, ganz […] (00)
vor 11 Minuten
bitcoin, coin, icon, symbol, logo, bitcoin logo, currency, cryptocurrency
Der Kurs von Hyperliquid (HYPE) erreichte kürzlich ein neues Allzeithoch, was jedoch Verkäufer anlockte und zu einem Rückgang führte. Analyse der Kursentwicklung von Hyperliquid (HYPE) Wichtige Unterstützungsmarke: $52 Wichtige Widerstandsmarke: $63 Rückgang nach Erreichen eines neuen Höchststandes Nachdem HYPE einen neuen […] (00)
vor 28 Minuten
Literaturwoche Graal-Müritz 2026
Graal-Müritz, 28.05.2026 (lifePR) - Das Ostseeheilbad Graal-Müritz lädt vom 1. bis 7. Juni 2026 zur Literaturwoche ein – einem Festival, das Lesungen, Konzerte, Workshops, Kinderveranstaltungen und Film vereint. In einem Kurort, der einst Kafka, Kästner und Fallada anzog, erwacht die literarische Tradition in diesem Jahr mit einem abwechslungsreichen […] (00)
vor 1 Stunde
 
Schweizer Polizist (Archiv)
Winterthur - Am Bahnhof in Winterthur im Nordosten der Schweiz hat ein Mann am […] (01)
Jobcenter (Archiv)
Wiesbaden - Der deutsche Staat hat im Jahr 2025 mehr für Geldleistungen zur […] (01)
Gasspeicher (Archiv)
Essen - Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns Uniper, Michael Lewis, sieht […] (01)
Junge Frau mit Smartphone (Archiv)
Berlin - Viele Menschen in Deutschland können nicht mehr richtig erkennen, ob eine […] (01)
Helene Fischer
(BANG) - Helene Fischer spricht nur selten ausführlich über ihr Privatleben. Umso […] (00)
Sky startet neue Jennifer Garner-Serie
Die Schauspielerin verkörpert Hollis Shaw - eine berühmten Köchin und Bestseller-Autorin in […] (00)
Chinas fiskalische Herausforderung Da Chinas Haushaltsdefizit wächst, hat die Suche […] (00)
„Quality beats Quantity“ – Dying Light: The Beast hat Techland eine harte Lektion erteilt
Tymon Smektala war über ein Jahrzehnt das Gesicht der Dying Light-Reihe. Jetzt, kurz […] (00)
 
 
Suchbegriff