Weltnaturkonferenz in Rom: Hoffnungsschimmer für den Artenschutz
Die 'Weltnaturkonferenz' in Rom hat kürzlich fast 200 Länder zu einem mehrjährigen Finanzierungsplan für den Schutz der Natur und Artenvielfalt vereint, was selbst seltene Anerkennung von Umweltorganisationen mit sich brachte. Vier Monate nach einem Misserfolg in Kolumbien gelang der 16. UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt (COP16) in buchstäblich letzter Minute ein Kompromiss, wobei die USA außen vor blieben. Ergänzt wurden die Beschlüsse durch eine regelmäßige Evaluierung, die die Fortschritte beim Schutz gefährdeter Arten und Regionen bis 2030 beziehungsweise 2050 überprüfen soll. Hierbei sind insbesondere von rückläufiger Biodiversität betroffene ärmere Regionen im Fokus.
Bundesumweltministerin Steffi Lemke würdigte die Beschlüsse aus Rom als 'Lichtblick in schwierigen Zeiten' und betonte den 'großen Gewinn für die Natur und damit für uns alle'. Der von der Konferenz gesetzte Fahrplan und die Strategie zur Mobilisierung globaler Finanzmittel zur Förderung der Naturschutzziele erhielten auch von Umweltschutzorganisationen Zustimmung. Der WWF Deutschland sprach von einem 'Hoffnungsschimmer für den Artenschutz', während Greenpeace positiv hervorhob, dass sich die Weltgemeinschaft den ökologischen Krisen stellt, trotz der Abwesenheit der USA, die sich weiterhin vom Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) fernhält.
Obwohl sich die Staaten bereits vor vier Jahren darauf einigten, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresflächen zu schützen und die Industrieländer jährlich 20 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen sollen, blieben bis zuletzt noch Fragen zur konkreten Finanzierungsstruktur offen. Experten sahen Rom als letzte Chance, um entscheidende Regelungen zu treffen, was den mehrtägigen Marathon der Sitzung bestätigte, der kurz vor Mitternacht endete. Eine frühere Tagung in Kolumbien scheiterte, da nach zwei Wochen nicht mehr genügend Staaten anwesend waren.
Die nun verabschiedete Ressourcengenerierungsstrategie bezieht neben staatlicher Finanzierung auch den Privatsektor und internationale Entwicklungsbanken mit ein. Diese Entscheidung wurde als Vorbereitung auf den nächsten Weltklimagipfel (COP30) im November in Brasilien angesehen. Ein Bericht des WWF und der Zoologischen Gesellschaft London unterstreicht die Dringlichkeit eingeschrittener Maßnahmen, da die Populationen von 35.000 Wildtierarten weltweit signifikant zurückgegangen sind.

