Wehrdienstgesetz: Debatte um Verstärkung durch Verpflichtung
Die Diskussion um das neue Wehrdienstgesetz nimmt Fahrt auf. Jens Spahn, der Fraktionsvorsitzende der Union, deutete an, dass es im laufenden parlamentarischen Verfahren notwendig sein könnte, das Gesetz stärker zu konkretisieren. Ziel sei es, 80.000 neue Soldatinnen und Soldaten für die Bundeswehr zu gewinnen – ein Ziel, das zunächst auf Freiwilligkeit basieren soll. Sollte dies nicht ausreichen, so Spahn, könnte eine Verpflichtung ab 2027 in Betracht gezogen werden. Dies sorgte bereits im Vorfeld für hitzige Diskussionen im Bundestag.
Hintergrund der Überlegungen ist ein Entwurf des Wehrdienstgesetzes von Verteidigungsminister Boris Pistorius, der am Mittwoch im Kabinett präsentiert werden soll. Der Entwurf verfolgt das Ziel, den Dienst bei der Bundeswehr – auch durch finanzielle Anreize – attraktiver zu machen und somit mehr junge Menschen zum freiwilligen Engagement zu bewegen. Dieser Vorstoß ist auch im Kontext der NATO-Anforderungen zu sehen: Eine Soldatenstärke von 260.000 gilt als notwendig, um potenzielle Bedrohungen, insbesondere aus Russland, abzuwehren.
Kritik kommt unterdessen aus den Reihen der SPD. Der Verteidigungsexperte Christoph Schmid plädiert für Geduld und empfiehlt, die Auswirkungen des neuen Gesetzes erst abzuwarten, bevor Verschärfungen ins Auge gefasst werden. Damit stellt sich die SPD gegen die Unionsforderungen nach einer möglichen Verschärfung und Verpflichtung im Rahmen der Wehrdienstregelungen.

