Weckruf zum Tag der Arbeit: Fahimi fordert Wachstumsimpuls und Arbeitnehmerschutz
Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Yasmin Fahimi, hat entschlossen ihre Stimme für einen wirtschaftlichen Wachstumsimpuls und den Erhalt der Arbeitnehmerrechte erhoben. In ihrer Rede anlässlich der DGB-Kundgebung zum Tag der Arbeit in Chemnitz kritisierte sie die im Koalitionsvertrag von Union und SPD vorgesehenen Änderungen des Arbeitszeitgesetzes. Nachdrücklich mahnte sie, dass die Belegschaft nicht als faul abgestempelt werden dürfe. Es sei keine Frage von zu wenig Arbeitseifer, sondern vielmehr von gerechter Arbeitszeitgestaltung: Der Acht-Stunden-Tag müsse als Schutzwall gegen ausufernde Arbeitszeiten erhalten bleiben.
Mit dem Blick auf die zahllosen Überstunden, die viele Arbeitnehmer unbezahlt leisten, verdeutlichte Fahimi den bereits bestehenden Druck auf die Beschäftigten. Jeder unentlohnte Überstundenaufwand entspräche einer stillen Lohnkürzung. Das bestehende Arbeitszeitgesetz solle daher als Schutzschild vor Überforderung dienen, zumal es ohnehin schon die Möglichkeit biete, bis zu 60 Stunden pro Woche tätig zu sein.
Im Kern ihrer Kritik stehen die Pläne von Schwarz-Rot, eine wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit zu ermöglichen, während Standards im Arbeitsschutz und die Regelungen zu Ruhezeiten beibehalten werden sollen. Fahimi lenkte darüber hinaus die Aufmerksamkeit auf die Leistungsfähigkeit von Vorständen und Geschäftsführungen, hinterfragte deren Unternehmergeist und wies darauf hin, dass nicht nur politische Fehlentscheidungen, sondern auch fehlerhaftes Management häufig Grund für wirtschaftliche Schwäche und Arbeitsplatzgefahr seien.
Der 1. Mai, seit 1890 als 'Kampftag der Arbeiterbewegung' bekannt, bleibt ein internationales Symbol für Protest und Engagement. In Deutschland wird dieser Tag zur Ehrung der Arbeit als gesetzlicher Feiertag begangen.

