Was ist das Besondere am Marathonlauf?
Der Marathonlauf ist eine Disziplin der Leichtathletik, die auf viele Sportbegeisterte eine besondere Faszination ausübt. An großen Marathonläufen nehmen oft zehntausende Sportler teil, die von zahlreichen Zuschauern entlang der gesamten Laufstrecke begleitet und angefeuert werden.
Das Besondere am Marathonlauf
Die erfolgreiche Absolvierung eines Marathonlaufs stellt für viele Spitzen- und Breitensportler eine einzigartige Herausforderung dar. Zur Absolvierung eines Marathonlaufs sind nicht nur ein hohes Maß an physischer Kraft und Ausdauer, sondern auch großes Durchhaltevermögen erforderlich, um die mentalen Herausforderungen während des mehrstündigen Laufs zu bestehen. Die erfolgreiche Bewältigung eines Marathonlaufs vermittelt jedem Marathonläufer ein starkes Erfolgs- und Glücksgefühl.
Bei olympischen Spielen ist der Marathonlauf die Laufdisziplin mit der größten Streckenlänge. Marathonläufe sind auf Wegen oder Straßen ausgetragene Laufveranstaltungen, die seit dem Jahr 1921 offiziell über eine Distanz von 42,195 Kilometern führen.
Die Geschichte des Marathonlaufs
Der Marathonlauf geht auf eine altgriechische und römische Legende zurück, nach der der griechische Soldat Pheidippides nach der für siegreichen Schlacht von Marathon (390 v. Chr.) gegen die persische Armee nach Athen lief, um dort die Siegesnachricht zu vermelden.
Bei diesem historischen Lauf legte der griechische Soldat möglicherweise eine Strecke von etwa 40 Kilometern zurück. Teilweise wird aber vermutet, dass Pheidippides nicht an der Küste entlang lief, sondern den direkteren Weg durch das Pentelikon-Gebirge nach Athen wählte, woraus sich dann eine Laufstrecke von 34 Kilometern ergäbe.
Der erste neuzeitliche Marathonlauf fand im März 1896 als Testlauf vor den Olympischen Spielen statt. Der erste offizielle olympische Marathon wurde wenige Wochen später am 10. April 1896 als reiner Männer-Wettbewerb ausgetragen. Seit den 23. Olympischen Spielen in Los Angeles (1984) gehört auch der Frauen-Marathon zum olympischen Programm.
In Deutschland wurde der erste Marathon ("40-Kilometer-Distanzlaufen") am 5. September 1897 in der Region Leipzig ausgerichtet.
Die Laufdistanz
Die Marathon-Laufstrecke bei den Olympischen Spielen 1896 lag bei genau 40 Kilometern. Für die nachfolgenden Olympischen Spiele wurde durch das IOC keine bestimmte Streckenlänge vorgegeben. Anpassungen an die lokalen Gegebenheiten waren jeweils zulässig.
Die noch heute für Marathonläufe geltende Laufstrecke von 42,195 Kilometern wurde aufgrund spezieller örtlicher Gegebenheiten erstmals bei den 1908 stattgefundenen Londoner Olympischen Spielen absolviert.
Erst im Jahr 1921 jedoch legte der IAAF (Internationaler Verband für Leichtathletik) die Laufstrecke von 42,195 Kilometern für Marathonläufe verbindlich fest.
Marathon: Laufdisziplin für Breiten- und Spitzensportler
Der Laufsport allgemein und der Marathonlauf im Speziellen haben sich in Deutschland seit den 1970er Jahren zunehmend als Breitensport etabliert.
Ende der 1970er Jahre fanden in Deutschland etwa 50 Marathonläufe statt. Die Anzahl der Marathonläufer wurde damals auf ungefähr 10.000 geschätzt. Bis 2005 stieg die Anzahl der Marathonläufe in Deutschland auf über 150, die Anzahl der teilnehmenden Sportler auf 100.000. Zwischen 2016 und 2019 fanden in Deutschland 245 bis 270 Marathons statt. Die Corona-Pandemie führte dann zu einem deutlichen Rückgang. 2023 wurden etwa 130 Marathon-Läufe ausgerichtet.
Marathonläufe werden auch von Spitzensportlern und auf professioneller Ebene durchgeführt. Zu den renommiertesten Marathon-Veranstaltungen in Deutschland gehören der Berlin Marathon, die größte Marathon-Veranstaltung in Deutschland und der Boston Marathon, einer der renommiertesten Marathon-Läufe weltweit.
Marathonlauf: die wichtigsten Regeln
World Athletics (bis 2019: IAAF), der Dachverband der nationalen Leichtathletik-Sportverbände hat speziell für Marathonläufe geltende Normen aufgestellt.
World Athletics legt in seiner Regel 240 fest:
- Marathonläufe müssen über betonierte oder asphaltierte Straßen führen, gegebenenfalls auch über Fuß- oder Radwege, die entlang einer Straße verlaufen. Unbefestigte oder mit Gras bewachsene Wege sind nur ausnahmsweise und auf ein Minimum begrenzt zulässig.
- Die Laufstrecke ist für motorisierten Verkehr zu sperren.
- Die Streckenmessung erfolgt auf der kürzestmöglichen Linie, also auf der Kurveninnenseite. Da eine Messtoleranz von wenigstens einem Promille verlangt wird, ist jede Marathon-Strecke minimal länger als die Normstrecke von 42,195 Kilometern.
- Wasser und sonstige Erfrischungen muss der Lauf-Organisator am Start und am Ziel sowie ungefähr alle fünf Kilometer anbieten. Die Läufer können eigene Getränke nutzen, wenn sie vor dem Lauf die Erfrischungsstationen angeben, an denen die Getränke deponiert werden sollen.
- Mitgeführte eigene Getränke darf ein Marathonläufer zu jedem Zeitpunkt an einen anderen Läufer weitergeben.
- Unter Aufsicht dürfen Läufer die Laufstrecke verlassen, soweit dies nicht zu einer Verkürzung der Laufdistanz führt.
Darüber hinaus gelten für Marathonläufe die World-Athletics-Regeln 143 und 144:
- Die genutzten Laufschuhe dürfen nicht nur für bestimmte Läufer verfügbar sein, sondern müssen allgemein zugänglich sein. Zulässig sind nur solche Schuhe, die zumindest vier Monate vor dem Lauf öffentlich zum Verkauf standen.
- Im April 2020 entschied World Athletics, dass Schuhe, die über eine eingebettete Platte verfügen oder die eine Sohle mit einer Dicke von mehr als 40 Zentimetern aufweisen, nicht zulässig sind.
- Verboten sind elektronische Geräte wie MP3-Player oder Mobiltelefone.
- Dagegen sind Geräte, die Daten wie Schrittlänge, Herzfrequenz oder Geschwindigkeit anzeigen, dann erlaubt, wenn sie vom Marathonläufer getragen werden und keinerlei Daten an Dritte übermitteln.
Zusätzliche Regeln gelten hinsichtlich einer Weltrekord-Anerkennung.
- Voraussetzung für die Anerkennung eines Weltrekordes ist es, dass die Luftlinie vom Start bis zum Ziel maximal 50 Prozent der Laufstrecke beträgt. Dies soll den Einfluss günstiger Windverhältnisse ausgleichen.
- Außerdem darf ein Gefälle zwischen Start und Ziel durchschnittlich maximal ein Promille des Laufweges betragen.
Rundstrecken, bei denen Start und Ziel an demselben Ort liegt, erfüllen stets beide Voraussetzungen.
Boston Marathon: einer der renommiertesten Marathons weltweit
Abgesehen von den Marathonläufen bei den Olympischen Spielen ist der Boston Marathon der traditionsreichste aller Marathonläufe. Der erste Lauf fand in Boston bereits im April 1897 statt.
Auch die Teilnehmerzahlen des Boston Marathons sind beeindruckend. So wurden von den Organisatoren für den im April 2024 stattfindenden Boston Marathon über 22.000 Läufer akzeptiert.
Berlin Marathon: der größte Marathonlauf in Deutschland
Der größte Marathonlauf in Deutschland ist der Berlin Marathon, der erstmalig im Jahr 1974 unter der Bezeichnung "1. Berliner Volksmarathon" ausgerichtet wurde. Nachdem der Berlin Marathon über einige Jahre durch den Grunewald führte, wurde er ab 1981 zum Stadtmarathon.
Im Jahr 2000 nahmen erstmals mehr als 20.000 Läufer am Berlin Marathon teil. Seit 2005 lag die Teilnehmerzahl in fast allen Jahren zwischen 30.000 und 40.000.
Der Berlin Marathon findet jeweils an zwei Wochenendtagen statt. Der Hauptlauf wird an einem Sonntag durchgeführt, während am Samstag ein Inlineskater-Marathon sowie ein "Mini-Marathon" für Schüler über 4,2195 Kilometer angeboten wird.
Neben den Läufen in London, Boston, Chicago und New York gehört der Berlin Marathon zu den sogenannten "World Marathon Majors", den weltweit bedeutendsten Marathonläufen.


