Wachsende Unruhen in Westiran: Proteste zielen auf autoritäre Führung

Der Westen Irans erlebt erneut einen Abend, geprägt von intensiven Protesten. In der überwiegend kurdischen Provinz Ilam brachen am Dienstagabend heftige Unruhen aus, berichten Aktivisten über soziale Netzwerke. Anlässlich eines Begräbnisses für getötete Demonstranten in Malekschahi versammelten sich Trauernde, um ihren Unmut über die autoritäre Führung der Islamischen Republik lautstark auszudrücken. In Videos waren Rufe wie 'Tod dem Diktator' deutlich zu vernehmen.
Auch die pro-regierungsnahe Nachrichtenagentur Fars berichtete auf Telegram über die Unruhen in der Stadt. Laut ihren Angaben setzten Demonstranten drei Banken in Flammen. Der Gouverneur rief währenddessen zu Verständnis für die Proteste auf und betonte die Wichtigkeit, die Stimmen der Bürger zu vernehmen. Er mahnte jedoch, dass friedliche Proteste nicht in Gewalt umschlagen dürften.
In den ländlichen Provinzen reagiert Irans Staatsmacht seit dem Beginn der Proteste vor über einer Woche mit deutlich mehr Härte als in den größeren Städten. Menschenrechtsorganisationen zufolge haben die Unruhen bisher mindestens 29 Menschenleben gefordert. Die Demonstrationen, ursprünglich durch die wirtschaftliche Krise ausgelöst, richten sich zunehmend gegen die autoritäre Struktur der Islamischen Republik.

