Europa signalisiert Bereitschaft für neue Sicherheitsverantwortungen
Die "Koalition der Willigen" hat in einem jüngsten Treffen in Paris formal keine bahnbrechenden neuen Beschlüsse gefasst. Doch mental und geopolitisch stellt die Bereitschaft Europas, nach einem möglichen Waffenstillstand eigene Soldaten in die Ukraine zu entsenden, einen bedeutenden Paradigmenwechsel dar. Damit wäre Europa bereit, eine historische Rolle zu übernehmen, die es in der Vergangenheit oft nicht meisterte: die Hauptverantwortung für die eigene Sicherheitsarchitektur.
Das Signal ist jedoch nicht nur nach innen, sondern auch nach außen gerichtet. Insbesondere für den Kreml wird somit der Preis für Frieden neu definiert, wobei Russland bereits mit erheblichen Kosten für die Fortsetzung des Krieges rechnen muss. Innerhalb der europäischen Staaten bleiben hingegen die innenpolitischen Spannungen. Viele könnten sich eher für eine Rückversicherung auf NATO-Gebiet aussprechen, anstatt direkt in die Ukraine zu intervenieren.
In einer solchen geopolitischen Lage sendet Europa wichtige Signale an Präsident Putin. Obwohl die russische Propaganda versucht, die Kosten für Frieden negativ darzustellen, stellt sie nicht das Ende der Debatte dar. Vielseitige diplomatische und militäre Überlegungen bleiben entscheidend, während Europa an einem Scheideweg der sicherheitspolitischen Verantwortung steht.

