Vorsorgekompass 2026
Warum die gesetzliche Rente den Ruhestand vieler Deutscher nicht sichert

27. Januar 2026, 11:30 Uhr · Quelle: Pressebox
Der Vorsorgekompass 2026 deckt auf, dass die gesetzliche Rente nur 60 Prozent der Rentnerausgaben abdeckt und private Vorsorge für den Lebensstandard notwendig ist.

Frankfurt am Main, 27.01.2026 (PresseBox) - Wie finanzieren die Rentner ihren Lebensstandard? Wofür reicht die gesetzliche Rente und wofür geben die Menschen ihr Geld im Ruhestand aus? Diese Fragen beantwortet erstmals der „Vorsorgekompass 2026“ des Center für Intergenerative Finanzwissenschaft an der WHU in Vallendar. Er analysiert, wie Haushalte ihren Lebensstandard im Ruhestand tatsächlich finanzieren. Dabei wird deutlich, wie sich Ausgabenprofile im Alter verändern und in welchen Lebensphasen und für welche Konsummuster zusätzliche Vorsorge besonders relevant ist – vor allem wenn nicht nur die Existenz, sondern der Lebensstandard im Alter gesichert werden soll.

Die Studie, die im Auftrag von Union Investment erstellt wurde, zeigt: Die gesetzlichen Versorgungssysteme bilden zwar weiterhin das Rückgrat der Alterssicherung, können aber aktuell im Durchschnitt nur rund 60 Prozent der monatlichen Ausgaben eines Rentnerhaushalts decken. „Für viele bedeutet das, dass sie auf private Vorsorge, betriebliche Altersversorgung oder Vermögensentnahmen angewiesen sind, um den gewohnten Lebensstandard zu halten“, betont Studienleiter Prof. Dr. Christian Hagist. So weisen aktive und reisefreudige Senioren Ausgaben auf, die ihr Einkommen deutlich überschreiten, während eher häuslich orientierte Ruheständler ihre Ausgaben nahezu durch laufende Einnahmen decken können.

Viele Rentner in Deutschland haben monatlich finanzielle Lücken, die ihren Lebensstandard bedrohen, so ein Ergebnis des Vorsorgekompass 2026. Im Durchschnitt geben Ruheständler monatlich 3.148 Euro aus. Davon entfallen fast 50 Prozent auf Wohnkosten, weitere wichtige Ausgabenbereiche sind Lebensmittel, Mobilität und Alltagskosten. Dem gegenüber stehen laufende Einnahmen von 2.988 Euro pro Monat aus gesetzlichen und anderen Einkommensquellen. „Die Lücke von rund 160 Euro wird aktuell durch Vermögensentnahmen ausgeglichen – eine Strategie, die angesichts sinkender Rentenleistungen und steigender Kosten künftig nicht mehr für alle tragfähig sein wird“, betont Hagist. Die Studie zeigt auch, dass die gesetzlichen Versorgungssysteme im Schnitt nur etwa 60 Prozent der Ausgaben abdecken. Besonders deutlich wird dies bei Haushalten ohne ergänzende Vorsorge, die mit einer monatlichen Finanzierungslücke von mehr als 1.000 Euro rechnen müssen. Die gesetzliche Rente reicht dabei oftmals gerade so zur Deckung der Wohnkosten.

Die Differenz zwischen Einkommen und Ausgaben variiert jedoch mit zunehmendem Alter und je nach Lebensstil deutlich. Die 60- bis 69-Jährigen geben im Schnitt 2.900 Euro monatlich aus, während ihre laufenden Einnahmen nur etwa 2.600 Euro betragen. Die Differenz von rund 300 Euro wird überwiegend aus angespartem Vermögen gedeckt. Bei den 70- bis 79-Jährigen steigen die Ausgaben auf durchschnittlich 3.300 Euro, die Einnahmen liegen bei etwa 3.200 Euro. Etwas mehr als die Hälfte dieser Haushalte verfügt über Wohneigentum, was neben der gesetzlichen Rente ein wesentlicher Teil des Einkommens ist. In der Gruppe ab 80 Jahren betragen die Ausgaben rund 3.200 Euro, die laufenden Einnahmen 3.100 Euro.

Neben dem verbreiteteren Wohneigentum resultieren die höheren Einkommen in den beiden älteren Gruppen aus der besseren gesetzlichen Versorgung. Während die 60- bis 69-Jährigen eine durchschnittliche Rente von rund 1.600 Euro im Monat erhalten, die 61 Prozent der Einnahmen ausmacht, sind es bei den über 70-Jährigen jeweils knapp 2.400 Euro. Dies entspricht 74 bzw. 77 Prozent des monatlichen Einkommens.

Innerhalb der drei Altersgruppen sind die Ausgabenprofile stark vom Lebensstil geprägt. „Reisefreudige oder kulturell aktive Senioren zwischen 70 und 79 Jahren geben im Monat 1.000 bis 1.500 Euro mehr aus als häuslich orientierte Menschen“, berichtet Hagist. Der Vorsorgekompass 2026 belege somit, dass zusätzliche Vorsorge kein optionaler Komfortfaktor ist, sondern ein zentraler Bestandteil finanzieller Lebensstandardsicherung. „Es reicht nicht, allein auf die gesetzliche Rente zu setzen. Sie ist nur eine Teilkasko-Lösung und kann auch nur das sein. Wer im Alter sorgenfrei leben möchte, muss privat vorsorgen“, ergänzt Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment. „Die Alterssicherung funktioniert heute nur als Zusammenspiel mehrerer Säulen. Wer nicht frühzeitig vorsorgt, lebt morgen mit weniger – oder nicht mehr so, wie er sich das möglicherweise mal vorgestellt hat.“

„Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der steigenden Belastungen für die umlagefinanzierten Systeme darf die Politik nicht den Fehler machen, Leistungsausweitungen zu versprechen, die langfristig nicht finanzierbar sind“, warnt Hagist. Stattdessen bräuchte es eine realistische, transparente Kommunikation über die Grenzen des Systems und eine stärkere Förderung kosteneffizienter und renditestarker privater und betrieblicher Vorsorge. „Die Förderung renditestarker und kosteneffizienter Angebote gewinnt zunehmend an Bedeutung“, ergänzt Reinke. Deswegen sei die aktuelle Reform der bedeutendste Fortschritt für die private Altersvorsorge seit 2002. „Wie der Vorsorgekompass 2026 zeigt, braucht Deutschland eine starke, zukunftsfähige Altersvorsorge.“

Finanzen / Bilanzen / Altersvorsorge / Rente / Studie / Union Investment / Demografischer Wandel
[pressebox.de] · 27.01.2026 · 11:30 Uhr
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