Vorschlag: Ein europäischer Börsentraum
Der Ruf nach einer zentralen europäische Börse wird laut, inspiriert durch prominente Beispiele wie Biontech, die für ihren Börsengang die USA wählen. Bundeskanzler Friedrich Merz von der CDU hat daher die Schaffung einer European Stock Exchange vorgeschlagen, um die Abwanderung europäischer Unternehmen an Märkte jenseits des Atlantiks zu verhindern. In der politischen und wirtschaftlichen Welt wird dieser Vorstoß mit Begeisterung aufgenommen, auch wenn die Umsetzung erhebliche Herausforderungen mit sich bringt.
Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer des Anlegervereins DSW, lobt den Vorschlag als 'Königsweg für Europa', der die Finanzströme bündeln könnte, während jedoch nationale Interessen dem Vorhaben im Wege stehen könnten. In der EU gibt es über 500 Handelsplätze, ein stark fragmentierter und wenig transparenter Markt, der nach Meinung der Deutschen Börse dringend einer Reform bedarf, um Kapitalmärkte zu stärken und gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen.
Auch der SPD-Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil unterstützt die Idee voll und ganz, da sie das Zusammenwachsen der europäischen Kapitalmärkte fördern würde. Mit Blick auf rund 11,5 Billionen Euro auf den Sparkonten europäischer Bürger wird deutlich, dass dieses Kapital besser genutzt werden könnte, um es renditestärker anzulegen – ein Vorhaben, das trotz aller Bemühungen bisher nicht erfolgreich umgesetzt wurde. Tüngler siehe die Vision als wegweisend, nun seien Taten gefragt.

