Volkswagen zur Millionenstrafe in Brasilien verurteilt
Volkswagen sieht sich in Brasilien mit einer erheblichen Strafzahlung konfrontiert, nachdem ein Gericht in Redenção eine Verurteilung aufgrund von sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen auf einer Amazonas-Farm ausgesprochen hat. Die Entscheidung betrifft Vorfälle aus den 1970er- und 1980er-Jahren, in denen die brasilianische Tochter von Volkswagen von der Ausbeutung der Arbeitskräfte profitiert haben soll, wie die brasilianische Arbeitsstaatsanwaltschaft angibt.
Volkswagen hat indes angekündigt, in Berufung zu gehen, um die rechtlichen Optionen weiter auszuloten. Das Arbeitsgericht hat eine Entschädigungssumme von 165 Millionen Reais, umgerechnet rund 26 Millionen Euro, festgelegt. Diese Strafe stellt die höchste je in Brasilien gegen moderne Sklavenarbeit verhängte Strafzahlung dar.
Zusätzlich muss sich der Automobilkonzern bei den betroffenen Arbeitern entschuldigen. In einer offiziellen Erklärung betonte Volkswagen do Brasil, dass das Unternehmen mit seiner langjährigen Geschichte von 72 Jahren fest zu den Grundsätzen der Menschenwürde stehe und sich an alle geltenden arbeitsrechtlichen Standards halte.
Die Anschuldigungen basieren auf Berichten über die Bedingungen auf der Fazenda Vale do Rio Cristalino, die Teil der nationalen Entwicklungsstrategie unter der Militärdiktatur war. Der Fall kam ins Rollen, als Priester Ricardo Rezende, seinerzeit bei der Kommission der Landpastoral engagiert, die Missstände dokumentierte.
Eine außergerichtliche Einigung scheiterte 2023, woraufhin die Klage im Dezember 2024 folgte. Hunderte von Leiharbeitern sollen auf der Farm, die auch unter dem Namen Fazenda Volkswagen bekannt ist, extrem langen Arbeitstagen unter erniedrigenden Bedingungen ausgesetzt gewesen sein. Bewaffnete Sicherheitsleute und ein System der Schuldknechtschaft sollen den Arbeitern laut den Ermittlungen den Weg in die Freiheit versperrt haben.

