Venezuelas Öltanker-Eskalation: USA verteidigen Militäraktion vor Caracas
Die diplomatischen Spannungen zwischen den USA und Venezuela haben mit der dramatischen Erstürmung eines Öltankers vor der südamerikanischen Küste einen neuen Höhepunkt erreicht. Die venezolanische Regierung reagierte vehement und bezeichnete den militärischen Einsatz als "dreisten Raubüberfall" und "Akt internationaler Piraterie". Der von US-Präsident Donald Trump autorisierte Zugriff erfolgt vor dem Hintergrund ernstzunehmender Anschuldigungen, der Tanker sei in ein illegales Netzwerk zum Öltransport eingebunden, das ausländische Terrororganisationen unterstützen soll. Das Ausmaß der eingesetzten militärischen Mittel zeigt deutlich die drastische Verschärfung der Beziehungen.
Bereits in den vergangenen Monaten hatten US-Kräfte rapide Maßnahmen in der Region verstärkt, indem Schnellboote angeblich mit Drogen beladen versenkt wurden und die Präsenz schlagkräftiger Einheiten aus Kampfflugzeugen, Soldaten und Kriegsschiffen demonstrativ zur Schau gestellt wurde. Dies umfasst auch den massivsten Flugzeugträger der Welt. Im Kern dieser Auseinandersetzung stehen Venezuelas immense Ölvorkommen, die primär nach China exportiert werden. Präsident Nicolás Maduro beschuldigt die USA, nicht nur ihre Interessen an diesen Ressourcen aggressiv zu vertreten, sondern einen Machtwechsel erzwingen zu wollen.
Er betont, dass es nicht um Migration, Drogenhandel oder Demokratie gehe, sondern um die Kontrolle über Venezuelas Bodenschätze. Einblicke zur Nutzung des Tankers skizzieren ein verworrenes Bild: Während US-Justizministerin Pam Bondi von Transporten sanktionierten Öls aus Venezuela und dem Iran sprach, wollte FBI-Chef Kash Patel das Schiff als Mittel für Lieferungen von Venezuela nach Iran identifiziert haben. Weiterhin nannte ein Bericht der "New York Times" den Tanker "Skipper", der mit der staatlichen venezolanischen Ölgesellschaft verknüpft ist, aber auch mit dem Schmuggel iranischen Öls in Verbindung gebracht wird. Die medienwirksame Erstürmung durch Soldaten, die sich aus einem Helikopter auf den Tanker abseilten, unterstreicht die Spannungen.
Wohin der Tanker steuerte oder welche Flagge er trug, bleibt trotz widersprüchlicher Angaben aus den USA unklar. Die Mission wurde von der Küstenwache, dem FBI und dem Heimatschutzministerium unter Mithilfe des als "Kriegsministerium" bezeichneten Pentagons durchgeführt. US-Präsident Trump eskaliert die Situation weiterhin. Er begründet das militärische Vorgehen als unumgänglich im Kampf gegen organisierte Drogenkartelle, die als terroristische Bedrohung angesehen werden. UN-Menschenrechtsexperten alarmieren jedoch, dass solche Maßnahmen gegen das Völkerrecht verstoßen könnten. Trotz offener Fragen zu einer möglichen Bodeninvasion zeigt sich Trump entschlossen, einen Wandel in Caracas herbeizuführen, kommentiert aber vage: "Maduros Tage sind gezählt."

