Venezuela und USA: Ein neues Kapitel der Zusammenarbeit?

Nach einer dramatischen Wende in Venezuelas politischer Landschaft, bei der der umstrittene Staatschef Nicolás Maduro von den USA gefangen genommen wurde, zeigt sich die Übergangsregierung offen für eine Zusammenarbeit mit Washington. In einer überraschenden Mitteilung auf Instagram ruft die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez die Vereinigten Staaten dazu auf, eine gemeinsame Agenda der Partnerschaft zu entwickeln. Das Hauptziel sei es, die langfristige Entwicklung und das friedliche Zusammenleben im Einklang mit dem internationalen Recht zu fördern.
Dieser plötzliche Kurswechsel steht im krassen Gegensatz zu Rodríguez' ursprünglicher Reaktion, als sie nach dem militärischen Eingreifen noch eine kompromisslose Haltung gezeigt hatte. Rodríguez, die zunächst die Freilassung Maduros forderte und den US-Eingriff scharf kritisierte, richtet nun versöhnliche Worte an US-Präsident Donald Trump. Sie betont, dass Frieden und Dialog unentbehrlich für die Region seien, und unterstreicht, dass dies immer die Vision Maduros gewesen sei.
Demzufolge ruft sie zu einer respektvollen Beziehung zwischen den USA und Venezuela auf, die auf Gleichheit und Nichteinmischung basiert. Unterdessen hat der Oberste Gerichtshof Venezuelas Rodríguez ermächtigt, die Rolle der Staatschefin interimistisch zu übernehmen. Trotz ihrer anfänglichen Rhetorik gegen die US-Maßnahmen scheint sie nun bereit, Möglichkeiten für eine bilaterale Zusammenarbeit auszuloten. Die Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf Washingtons neue Strategie, seine Führung in der Region auszubauen und gleichzeitig auf diplomatische Lösungen zu setzen.

